Archiv des Monats: Juni 2017

Garnelen bis der Arzt kommt

Kolpos Lefkimmis ist eine weite ruhige Bucht im Süden von Korfu. Dorthin hatten wir uns zurückgezogen, um wieder einmal die Zweisamkeit zu genießen. Leider sind die Versorgungsmöglichkeiten sehr eingeschränkt. Wir fuhren die 13 nm nach Plataria, um uns zu versorgen.

Plataria Hafen

Erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt!

Kaum in Plataria eingelaufen und festgemacht, sehen wir eine uns bekannte Segelyacht durch die Einfahrt kommen. Wir nehmen die Festmacher entgegen und begrüßen Anette und Rudolf. Die Dresdener sind genau wie wir den Sommer über in Griechenland unterwegs. Dieses Jahr mussten sie einiges anstellen, um ihr Boot ins Wasser zu bringen. Ihren Liegeplatz hatten sie in Mesolongion an der Nordseite des Golf von Patras in der gleichnamigen Lagune.
Berühmtheit erlangte die Kleinstadt Missolunghi während der griechischen Revolution in den 1820er Jahren. Messolonhgi gilt bis heute als Symbol des griechischen Widerstands gegen das Osmanische Reich. Seit 1937 darf die Stadt laut einer Verfügung des griechischen Königs Georgios II. aufgrund ihrer historischen Bedeutung den Ehrentitel Iera Poli („Heilige Stadt“) führen.
Die Marina war zum Zankapfel der ehemaligen Eigentümer und der Stadt geworden. Diese verfügte zur Streitschlichtung, dass der Betrieb solange einzustellen sei, bis die Streitigkeiten gerichtlich geregelt seien, d.h. keine Kranbewegungen in der Marina. Es musste jemand gesucht werden, der die Boote vom Gelände der Marina an einen geeigneten Ort an der Kaimauer verbrachte, damit der organisierte Kran diese dann zu Wasser lassen konnte. Insgesamt alles recht aufgeregt und aufregend, wie Anette berichtete. Das Wiedersehen feierten wir dann abends bei OLGA einem Restaurant mit deutschsprachiger Inhaberin und einem großen Herz für Segler.

OLGAs Restaurant

enger als beschrieben

Wir bleiben zwei Tage bevor wir der Empfehlung von Conny und Wolfgang folgen und Richtung Norden nach Sayiadha (Sagiata) auslaufen. Der kleine Fischerhafen liegt gegenüber von Kerkyra Stadt (Korfu), ist recht unscheinbar und besitzt nur eine sehr schmale Einfahrt, die in den nautischen Unterlagen als sehr viel breiter ausgegeben wird.

Auch ist in der Karte die Tiefe vor der Einfahrt mit 1,80 m angegeben, da durch den nahen Fluß, die Lagune zum versanden neigt. Bei der langsamen Einfahrt konnten wir dann auch keine Grundberührung spüren, obwohl der Tiefenmesser kurz die 1,80 m angezeigt hatte. Im Hafenbecken selbst sind die Tiefen um 3 – 4 m und der Grund hält gut. Wenig später trafen auch – wie verabredet – die BERTA LOOKS und die GONDWANA II mit Turan ein. An der Nordecke des Hafenbeckens gibt es das Restaurant Alex´s Taverna, hier gibt es Garnelen zum Kilo-Preis und lecker zubereitet. Hier fallen wir am Abend ein. Prawns, frisches Brot und kühlen Weißwein, mehr braucht es nicht für ein leckeres Abendessen. Hier verweilen wir an drei Abenden und haben eigentlich noch nicht genug. Die Tage vergehen mit Einkaufen und kleinen Reparaturen. Die GONDWANA II legt ab, in Richtung Gibraltar mit dem Ziel an Weihnachten die Karibik zu erreichen. Große Teile wird Turan einhand unterwegs sein. Seine Ausrüstung ist offensichtlich überkomplett, denn er schenkt uns sein wenig gebrauchtes, aufblasbares Zodiak, welches er neben einem Beiboot mit Festboden zusätzlich mitführt. Da unser Beiboot gerade mehr als schwächelt freuen wir uns riesig über dieses sehr großzügige Geschenk. Vielen Dank Turan!!!

Wind:  W 1-3 Bft     SW 1-3 Bft     S 2-3 Bft
Etmal:  14 nm         13 nm            17 nm

Jan von Bord

Gestern Abend haben wir Jan auf die Heimreise geschickt. Leider gab es in keiner Marina von Korfu-Stadt einen freien Liegeplatz. Wir konnten dann aber einen günstigen Liegeplatz zwischen Stadt und Flughafen nutzen, in dessen Nähe ein Taxibootanleger das Ausbooten einfach gestaltete.

Abschied auf Korfu

Von den 65 nm der letzten beiden Tage waren wir leider 60 nm unter Maschine unterwegs. Wind Fehlanzeige. Nur gestern gegen Mittag haben wir bei 1-2Bft für eine gute Stunde den Blister setzen können, wogegen während der Fahrt von Prevezza nach Paxos das Ionische Meer einer trägen bleiernen Masse glich.

Heute machen wir noch die nötigsten Besorgungen und und am Nachmittag werden wir dem leider immer noch sehr vermüllten Städtchen wieder den Rücken kehren.

Mongonissi (Moggonisi)

Wind:  S-SW 0-1 Bft
Etmal: 34 nm und 31 nm

 

Georges Taverne

Wir sind mal wieder in Prevezza, die Eddis und der Seitenwind beim Anlegen im Stadthafen erzeugen immer wieder leichte Anspannung. CALYPSO will einfach die Fahrt achteraus nicht, erst beim dritten Mal treffen wir die schmale Lücke ohne die Nachbarn zu berühren.

Vorher:

Gestern waren wir auf Kalamos um die Crew der TAMIS zu treffen. Die Überfahrt von Ithaka bei 4-5 Windstärken war angenehm schnell, die Windrichtung erlaubte uns den Kurs direkt anzuliegen und so brauchten wir auch nur gut 3 Std für die 22 nm.

Zu dieser Zeit ist auf Kalamos schon wirklich viel los! Gegen drei Uhr ist der Hafen schon mehr als gut besetzt. George der selbst ernannte Hafenmeister und Besitzer der gleichnamigen Taverne direkt am Hafen organisiert die Yachten beim Einlaufen und Anker setzen und verhindert damit weitestgehend Ankersalat mit Kettendressing!

Die kleine und einzigste bewohnte Ortschaft auf Kalamos heißt genau wie die Insel. Der dazugehörige Hafen ist ziemlich geräumig und meist gut besucht. Die Ansteuerung ist einfach, am östlichen Molenkopf befindet sich ein Leuchtfeuer. Die besten Plätze liegen auf der Innenseite der Ostmole bei einer Wassertiefe von ca. 3m. Im südlichen Teil der Bucht liegen die Fischer und die Wassertiefen nehmen schnell ab. Wir bekommen den Platz eines abwesenden Fischers zugewiesen und entgehen somit jeder weiteren Gefahr durch ankernde Chartercrews. Alternativen gibt es im nördlichen Bereich am westlichen Kai. Teilweise können kräftige Fallböen in den Hafen wehen. Einkaufen in den beiden kleinen „Tanta Emma“-Läden empfiehlt sich nur im Notfall. Alle Waren kommen per Fähre und Kleinlaster, die Preisgestaltung ist entsprechend und die Ware nicht immer frisch. Ein weiterer kleiner Lebensmittelladen und eine Bäckerei, sind über einen steilen Anstieg in den Ort zu erreichen. Die Bäckerei ist der einzige Ort, an dem man Brot bekommt. Der Lebensmittelladen am Hafen führt keines. Der Ort lädt zu einem Spaziergang ein. Vor allem die kleinen Kafenions im oberen Ortsteil sind noch etwas urtümlicher. Bei George ist es zwar gut besucht, allerdings wird auch ordentlich abkassiert. Unüblich für GR, auch Brot muß extra bezahlt werden. Preis für ein Essen mit vier Personen inkl. Vorspeise und vier Bier/Wein, € 140.- . Für die mäsige Qualität jedenfalls nicht ganz billig. Nördlich der Hafeneinfahrt ist das Wasser weit hinaus flach und man kann bis auf 7 Meter Wassertiefe vor spektakulärer Bergkulisse mit Blick auf den Ort Kalamos ankern. Zu beachten ist, dass es heftige Fallböen geben kann.

Die Crew der TAMIS nimmt unsere Leinen entgegen und nach dem Festmachen gibt es eine herzliche Begrüßung und einen schmackhaften „Anleger“.  Wasser bunkern stellt auch ein Problem dar, da es nur einen Anschluß bei den Fischern gibt, der durch deren Arbeit natürlich ständig benötigt wird. Den Abend verbringen wir mit Sissy und Micha in Georges Taverne bei gutem Wein und leckerem Essen.

Nach ausgiebigem Frühstück verabreden wir uns mit TAMIS ein Treffen im August und legen ab. Wir erkämpfen uns unter Segeln mit wenig Wind auf der Nase die nördliche Huk der Insel. Durch viele Wenden kommen wir noch eine weitere Stunde gut voran bis der Wind einschläft und wir den Rest der Strecke bis in die Bucht Varko am Festland die Maschine nutzen müssen. An der Leeseite der kleinen Insel Agios Nikolaos gehen wir im glasklaren Wasser vor Anker und genießen unsere Pause mit Schnorcheln und Schwimmen. Diese kleine Insel umgibt ein rissiges Felsplateau in 1 – 3 m Tiefe, hier gibt es eine vielfältige Unterwasser-Fauna zu entdecken. Beim Ankern sollte hier immer eine Tripleine Verwendung finden, damit der Anker ggfls. leichter aus einer Felsspalte geborgen werden kann. Am späten Nachmittag gehen wir Anker auf, obwohl der Wind sich noch nicht wieder eingestellt hat. Wir wollen nicht zu spät in Prevezza ankommen. Pünktlich zur „Brückenöffnung“ sind wir an der NW-Seite des Kanals und erkennen schon bei der Annäherung, daß draußen ein schönes Lüftchen geht. Erst im Stadthafen bergen wir die Segel.

Wind: NW-W 4-5 Bft und
SW-SE 2-4 Bft
Etmal: 21 nm und 34 nm

schönes Plätzchen

Yachthafen Zante

Von Zakynthos nach Eufemia auf der Insel Kefalonia und weiter nach Vachty auf Ithaka haben wir wieder mehr Motor- als Segelmeilen zurückgelegt, außerdem hat der Metroliner, ein zwanzig Jahre alter Barograph, den Geist aufgegeben, genauer, der Zeilengenerator tut es nicht mehr. Recherchen ergeben, Reparatur zu teuer.

Na ja!

Auf Ithaka verholen wir uns in die Bucht Schoikos, bei der zu erwartenden Windrichtung nicht gerade die Vorzeigebucht, aber wir kennen hier eine Stelle – wenn die frei ist – da liegt man sehr sicher.

strammer Wind

Als wir um die Huk biegen, sehen wir schon einige Boote auf „unserer“ Sandbank ankern. Der Wind dreht inzwischen aber schon so, daß wir an den anderen vorbei den Anker weit genug draußen setzen können und nach 50 m Kette kuschelig hinter einem kleinen Vorsprung liegen. Das Dingy lassen wir zu Wasser, damit das Vorschiff keine Angriffsfläche bietet und wir später unseren Zweitanker ausbringen können. Schnell noch zwei Landleinen gespannt, fast fertig.  Als später die ersten Fallböen mit bis zu 25 kts einfallen, stecken wir den Zweitanker Steuerbord querab (rechts) an Land! und sind nun auch so in die Hauptwindrichtung hervorragend abgesichert, wie die Spinne im Netz. Nachts knallen die Fallböen über das Boot, das es eine Freude ist. Der Windmesser im Masttop zeigt 28 kts, während an Deck gerade mal ein Luftzug zu spüren ist. Vor dem Bug baut sich eine veritable Welle auf, von der wir hinter unserer Deckung nichts spüren. Die anderen Boote sind mit einer Ausnahme allesamt in den Hafen gefahren – der ist aber den Böen auch ausgesetzt. Am nächsten Morgen sehe ich, dass unser Mitstreiter sich hinter einer weiteren Klippe ähnlich gesichert hatte wie wir. Na dann kennen wir jetzt ja noch ein günstiges Plätzchen.

 

Wind: S später W – NW 3 – 6 Bft

Etmal:  62 und 40 nm

schön Segeln

Die beiden letzten Tage waren so richtig nach unserem Geschmack!

Von Pylos nach Katakolon und am nächsten Tag nach Zakynthos lief es wunderbar. Mit Wind zwischen 3 bis 5 Bft, das Großsegel im ersten Reff freute sich CALYPSO und wir über Dauerfahrt
von 6 – 8 kts durchs Wasser, teilweise half noch ein Schiebestrom von 1,5 kts.
Gespickt mit einigen Winddrehern, die dem Segeltrimmer und dem Taktiker einiges abverlangten, aber am ersten Tag ohne Welle, hatten wir sehr viel Spaß.
Die Überfahrt nach Zakynthos wurde noch etwas durch Kreuzsee und Böen angereichert und – es gibt nichts zu reparieren!

 

 

Wind: W – NW 3 – 5 Bft

Etmal:  62 und 40 nm

Salzwasser im Boot

Der Tag beginnt mit einer unangenehmen Überraschung schon gleich nach dem Frühstück. Beim Motorcheck finde ich Wasser in der Bilge, in der Motorbilge und im Ruderskek (dem Rumpfteil, an dem das Ruder befestigt ist). Die Manschette dichtet den Ruderkoker – das Rohr an dem das Ruder hängt geht durch den Rumpf bis an Deck – nicht mehr sicher nach oben ab. Die Stopfbuchsenpackung, die den Koker ebenfalls abdichten soll ist wohl über Winter ein wenig eingetrocknet. Also alles trocken legen und jede Menge Marinefett (salzwasserbeständig) verpressen. Ist einfach, wenn man je Arm sechs Gelenke hat und zur Orientierung die Augen ausfahren kann. Die Manschette neu befestigen und die Eignerkabine – unter deren Bett sich das ganze abspielt wieder ein- und aufräumen – fertig.

Wir gehen dennoch gegen 0700 loc Anker auf, denn heute haben wir eine größere Etappe vor uns.
62 nm sind bis PYLOS zurückzulegen.

Capo Tainaro, westl. Huk zum Lakonischen Golf

Gegen 0900 loc erscheint die Sonne immer schwächer, es wird dunstig. Wenig später fahren wir in eine ca. 100 m dicke Nebelwand ein. Pottendicht, würde man im Norden sagen.

Sichtweite kleiner 100m

Wir reduzieren die Geschwindigkeit, schalten die Positionsleuchten an, gehen doppelten Ausguck und geben alle zwei Minuten unser „Nebelsignal ab. Das Radargerät wird eingeschaltet aber die Antenne gibt kein Signal zurück – na prima. Später stellt sich heraus, daß der Elektriker, als er nach dem Maststellen, die Elektrokabel wieder angeschlossen und unter die Salondecke „gestopft“ hat (es gäbe auch ein spezielles Fach dafür unter der Decke!) sich die Minusleitung des Gebers der Radarantenne gelöst hat.

Nach 11!!! Stunden Motorfahrt (zwei im Nebel) erreichen wir Pylos und ergattern gerade noch den letzen Liegeplatz am Hafeneingang. Beim Ankerbier steigt uns unangenehmer Dieselgeruch in die Nase. Nachdem ich die Motorverkleidung entfernt habe, sehe ich keine Auffälligkeiten – ah die Bilge ist trocken, das freut einen doch. Der Dieseltank und alle Leitungen sind äußerlich trocken  – gut.
Dann prüfe ich den 22 l Reservekanister unter dem Cockpit-Boden und werde fündig. Direkt unterhalb des  Deckelgewindes „suppt“ es, der Kanister hat einen kleinen Riß. Der Diesel wird in den Tank gefüllt, der Reservekanister entsorgt und die Backskiste ausgeräumt, alles gereinigt und wieder verstaut.

Zur Belohnung geht es heute zu Gregori ins Restaurant, d.h. zuerst in die Küche und gucken was es gibt! Bis das Essen serviert wird nutze ich die Gelegenheit für einen Besuch bei Fotis Seaman, dem Inhaber eines wohlsortierten Shipshop. Leider hat er nicht die Dieselfilter, die wir brauchen, dafür bekomme ich – kostenfrei –  einen Drink, einen halben Liter selbst erzeugtes Olivenöl, 50 m, 4mm Leine für die Passarella (Gangway) und ein unterhaltsames Gespräch von /mit Fotis. Der Laden ist einen Besuch wert, zum Kaufen, zum Stöbern oder zum Quatschen. Danke Fotis!

Was soll ich sagen, die Mama von Gregori hat wieder vorzüglich gekocht!!!

 

 

Wind: Variabel in Böen 1Bft, Nebelfelder

Etmal:  62 nm

zweite Pleite

Gestern wollten wir Jan mal die paradiesischen Buchten der Insel Elafonisos zeigen. Letztes Jahr hatten wir hier leider Pech, da der Schwell in der großen Bucht nur den Badenden Spaß machte. Für dieses Jahr hatten wir uns bessere Bedingungen erhofft. Auch, daß wir dieses Jahr nicht wieder ohne Wind unter Maschine Kap Maleas runden müssen. Anfänglich trifft die Vorhersage auch ein. Wir segeln schon früh mit schönem Wind aus der großen Bucht in Richtung Süden. Zwei Stunden später jedoch – Ende mit Wind, also wieder 30 nm  unter Maschine und Kap Maleas runden. Als wir dann nach fünf Stunden motoren in die kleinere Bucht von Elafonisos einlaufen, frischt der Wind schlagartig auf 16 – 18 kts auf. In der hintersten Ecke finden wir ein einigermaßen geschütztes Plätzchen, der unangenehme Schwell hält jedoch – auch nachdem der Wind gegen 2100 loc einschläft – nahezu die ganze Nacht an.

Ormos Sarakiniko Insel Elafonisos

Wir sind dann auch nicht richtig ausgeschlafen. Als wir am nächsten Morgen – früh – bei einsetzendem Wind den Anker Richtung Porto Kayo lichten, sind wir nicht die Ersten, zwei Yachten haben sich noch früher der Schaukelei entzogen.

Und wieder verlässt uns der Wind nach nur zwei Stunden. Am frühen Nachmittag jedoch kehrt er fulminant wieder. Schon in weiter Entfernung erkennt man die Böenwalze, die an den schnell ziehenden Wolken über dem Gebirge gut erkennbar ist, auf der Wasseroberfläche heran sprinten. Es bleibt uns gerade noch genug Zeit, die Segel – im ersten Reff – zu setzen, da legt sich CALYPSO auch schon mächtig ins Zeug – und auf die Seite. Binnen Minuten weht es mit 5 Bft (35 – 40 km/h) auf die Nase, mit dem neuen Vorsegel erreicht CALYPSO heute erstmals die 8 kts Marke – Fahrt durchs Wasser – wow. In der Einfahrt und in Porto Kayo zischen die Böen mit bis zu 30 kts von den Bergen herunter, da wird im dichten Ankerfeld jedes Manöver zur Herausforderung. Dicht unter der Steilwand lassen wir zur Kaffezeit unseren Anker auf 8 m Wassertiefe fallen und legen 65 m Kette, alles hält trotz 2000 RPM Rückwärtsfahrt – wir haben schließlich Schlaf nachzuholen! Ein bisschen Ankerkino gibt es als Zugabe.

Gegen 2200 loc lässt der Wind allmählich nach und es wird eine ruhige Nacht.

Porto Kayo

 

 

 

Wind: W 1 – 7  Bft

Etmal:  2 x 32 nm

neue Genua

Gestern ging es uns richtig gut! Nach einer sehr ruhigen Nacht mit beständig
3 Bft, stellte sich CALYPSO schön gegen den einlaufenden Schwell der großen Frachter, so schliefen wir sehr gut im leichten Wiegen des Bootes.

Morgens früh gut ausgeschlafen gehen wir um 0700 Uhr loc schon Anker auf, da der passende Wind mit 5 Bft (ca. 40 – 50 km/h) sich schon eingestellt hat. Nur unter Vorsegel mit über 6 kts Fahrt „rauschen“ wir in Richtung Hydra. In der Passage gibt es dann sehr wechselhafte Winde und wir haben etwas Arbeit unseren Kurs so gut als möglich zu halten. Ein Lehrstück für Taktik, Segelmanöver und Segeltrimm (das Einstellen der Segel zum Wind). Nachmittags erreichen wir Porto Heli und machen an einer Boje von Franks Yachtstation fest. Christian hat mit seiner Mannschaft unser Rigg neu verdrahtet, unsere alte Genua nochmal gerichtet, die neue Genua geschneidert und das Kutterrigg* auf der CALYPSO vorbereitet. heute können wir das neue Segel abholen und begleichen die Rechnung schon mal teilweise.

*ein zweiter Draht von der Mastspitze zum Bug, an dem wir ein kleineres Vorsegel für viel Wind befestigen können

Dieselvorfilter haben die Shipchandler hier leider auch nicht.

Heute haben wir um 0800 Uhr loc abgelegt, und werden wieder mit schön kräftigem Wind belohnt. Dennoch müssen wir für die zweite Hälfte der Reise wieder die „eiserne Genua“ setzen. Vorbei an Kyparissia und Gerakas – einem früheren Seeräubernest –  dessen versteckte Einfahrt wir aus zwei Meilen Entfernung nicht ausmachen können, erreichen wir den Ormos Kremmhidi in der Bucht von Monemwassia am späten Nachmittag. Mit einem weiteren Mitstreiter teilen wir uns die große Bucht, die sich anfänglich etwas schwellig aber am Abend dann als „Ententeich“ zeigt

Wind: NE 1 – 5  Bft

Etmal:  32 und 39 nm

Dieselpest

Heute verlegen wir in die Ormos Porou die Bucht auf der Ostseite von Poros, da der Wetterbericht NW-Wind bis 22 kts ansagt. Wir wollen dem Wellenschlag der Fähren und dem sich auf der Westseite aufbauenden Schwell aus dem Weg gehen. Bei gut haltendem Ankergrund wollen wir uns von den Strapazen der beiden letzen Tage erholen.

Was war passiert?

Wir starten vorgesternvon Varkizas bei moderaten Winden aus NE und queren das Verkehrstrennungsgebiet (wieder mit viel Verkehr) ohne Probleme. Leider schläft der Wind alsbald ein und wir starten die Maschine, die nach ca. einer Stunde Laufzeit wieder ihren Dienst einstellt. Glücklicherweise kehrt der Wind zurück und während Dagmar und Jan CALYPSO Richtung Poros segeln, verkrieche ich mich zum wiederholten Male in den Maschinenraum, um die Ursache zu finden. Wieder fehlt dem Dieselfilter der Inhalt, den er filtern soll. Wieder reinige ich alle Leitungen und fülle den Filter mit dem notwendigen Naß, bei Krängung, Welle und mehr als 20 kts Wind. Dagmar und Jan haben schon ein Reff eingelegt (die Segelfläche verkleinert). So segeln wir bis in den Hafen von Poros. Die Maschine springt an, wir lassen den Anker fallen und nach 40 m weigert sich die Kette weiter auszurauschen, leider sind wir noch mehr als eine Bootslänge vom Kai entfernt. Kette wieder aufholen, neuer Anlauf bei starkem Seitenwind. Beim zweiten Versuch rauscht die Kette sauber aus, dafür stottert die Maschine wieder und erstirbt – eine Bootslänge vor dem Kai. Mit mehreren Startversuchen und immer wieder kurzen Laufzeiten, „retten“ wir uns auf Wurfnähe der Achterleinen und die beiden freundlichen Nachbarlieger greifen hilfreich zu.

So kann es nicht weiter gehen! Ich baue den Tankgeber aus, um in den Dieseltank inspizieren zu können. Der gesamte Boden des Tanks ist mit dunklen Klumpen übersät – Dieselpest. Wir haben einen Edelstahltank in dem der Biodiesel-Anteil offensichtlich über die sieben monatige Stehzeit ganze Arbeit geleistet hat. Es bleibt uns nur, den Tank von den Bakterien zu reinigen.

Aris, der freundliche Tankwagenfahrer, leiht uns Pumpe und Kanister und wir entleeren den Tank vollständig, das „verseuchte“ Diesel (100 l !!!)überlassen wir dem Tankwart, der für seine Dienste keinerlei Gegenleistung verlangt. klar ist, wir werden von ihm den neuen Diesel beziehen. Mit Superbenzin und allerleih selbstgebauter Werkzeuge reinigen Jan und ich langwierig den Dieseltank durch die nur 8 cm messende Öffnung, da der Schlamm nicht mal durch den Ablaßhahn ablaufen will. Ok, jetzt noch alle Leitungen und Filter austauschen (oh, wir haben keinen neuen Dieselvorfilter mehr), Diesel einfüllen, Chemie beisetzen und probieren wäre die Reihenfolge gewesen. Es ist Samstag Nachmittag, wo kriegen wir jetzt einen Dieselvorfilter her? Beim ortsansässigen Shipchandler wird die neue Lieferung in der kommenden Woche erwartet, so lange können wir nicht warten, wir haben jetzt schon zwei Tage verloren. Der pfiffige Inhaber hat aber noch einen gebrauchten im Regal, den er uns kostenfrei zur Verfügung stellt, selbst passende Dichtungen findet er noch irgendwo in seinem Lager – huh wir können weiterarbeiten, den Tank befüllen und starten – Maschine läuft.

Und jetzt ein kühles Bier!

Wind: SE – NW 1 – 5  Bft

Etmal:  32 nm

Jan an Bord

Heute haben wir Jan mit dem Schlauchboot von VARKIZAS abgeholt.

Seit Verlassen der „Arbeitsbucht“ –  ehemals „Gin-Tonic-Bucht“ war es mit dem Wind eher sparsam bestellt. Nachdem wir unter Segel Anker auf gehen konnten, hielt die Freude nicht so lange an. Schon nach einer Stunde war die Maschine für den Rest des Tages beschäftigt.

Wir haben den kleinen Fischerhafen PERDIKA im Südwesten der Insel Ägina entdeckt. Von außen sieht das Örtchen recht verträumt aus. Ein paar Restaurants säumen die Mole. Das Anker setzen ist nicht ganz einfach, da gegenüber Fischerboote liegen, Windrichtung und -stärke aber nach mehr Kette verlangen als Platz vorhanden. Also legen wir den Anker etwas in stärker in Windrichtung an der gegenüber liegenden Mole vorbei. So haben wir mehr Sicherheit. Das Dorf selbst läßt sich eindeutig als Wochenend- und Feriendomizil der Athener ausmachen. Sehr viele Gebäude wirken zu dieser Zeit unbewohnt und auch sonst geht es sehr gemütlich zu. Einzig die Wirte der Tavernen sind eifrig bemüht, Gäste zu motivieren an den leeren Tischen Platz zu nehmen.

Wir lassen uns am Abend den Tagesfang zeigen und wählen einen leckeren Fisch aus, dessen Kilopreis mit 46 € nach Verhandlungen auf 38 € schrumpft. Leider verbrachte er etwas zu lange Zeit auf dem – zu heißen – Grill……..

Aigina war im Altertum durch Seehandel zu großer Macht gekommen. Eindrucksvolle Reste eines Apollontempels auf dem Kap Kolona und der Tempel der Aphaia (5. Jh v. Chr) sowie Fundstücke von Ausgrabungen des alten Aigina zeugen davon. Aigina wird auch die Pistazien-Insel genannt, welche hier recht teuer an Ständen und in Geschäften angeboten werden.

Gestern haben wir dann dem Stadthafen in Aigina noch einen Besuch abgestattet, um uns zu versorgen. Dies war sehr erfolgreich, gingen unsere Gasvorräte doch dem Ende entgegen. Ohne Gas keine warme Mahlzeit, keinen Early Morning Tea, keinen Kaffee, das geht gar nicht.

Nachdem die Beute verstaut war, tuckerten wir an der Nordküste der Insel entlang, um uns die dort angesiedelten Werften näher anzuschauen. Drei Anlagen direkt nebeneinander mit großen Abstellflächen und geordneten Anlegebereichen. Vielleicht darf CALYPSO hier auch einmal einen Winter an Land verbringen.

Am Nachmittag frischte dann endlich der Wind auf und wir konnten nochmal zwei Stunden richtig schön segeln. Wie immer, war auf den Einbahnwegen des Verkehrstrennungsgebietes jede Menge Verkehr. Dank des passenden Windes fanden wir unseren Kurs zwischen Frachtern, Passagierdampfern und Fähren gefahrlos und schnell.

Am frühen Nachmittag fällt der Anker vor dem kleinen Fischerhafen VARKIZAS.

 

 

 

Wind: SW -W 1 – 4  Bft

Etmal:  38 nm