Dieselpest

Heute verlegen wir in die Ormos Porou die Bucht auf der Ostseite von Poros, da der Wetterbericht NW-Wind bis 22 kts ansagt. Wir wollen dem Wellenschlag der Fähren und dem sich auf der Westseite aufbauenden Schwell aus dem Weg gehen. Bei gut haltendem Ankergrund wollen wir uns von den Strapazen der beiden letzen Tage erholen.

Was war passiert?

Wir starten vorgesternvon Varkizas bei moderaten Winden aus NE und queren das Verkehrstrennungsgebiet (wieder mit viel Verkehr) ohne Probleme. Leider schläft der Wind alsbald ein und wir starten die Maschine, die nach ca. einer Stunde Laufzeit wieder ihren Dienst einstellt. Glücklicherweise kehrt der Wind zurück und während Dagmar und Jan CALYPSO Richtung Poros segeln, verkrieche ich mich zum wiederholten Male in den Maschinenraum, um die Ursache zu finden. Wieder fehlt dem Dieselfilter der Inhalt, den er filtern soll. Wieder reinige ich alle Leitungen und fülle den Filter mit dem notwendigen Naß, bei Krängung, Welle und mehr als 20 kts Wind. Dagmar und Jan haben schon ein Reff eingelegt (die Segelfläche verkleinert). So segeln wir bis in den Hafen von Poros. Die Maschine springt an, wir lassen den Anker fallen und nach 40 m weigert sich die Kette weiter auszurauschen, leider sind wir noch mehr als eine Bootslänge vom Kai entfernt. Kette wieder aufholen, neuer Anlauf bei starkem Seitenwind. Beim zweiten Versuch rauscht die Kette sauber aus, dafür stottert die Maschine wieder und erstirbt – eine Bootslänge vor dem Kai. Mit mehreren Startversuchen und immer wieder kurzen Laufzeiten, „retten“ wir uns auf Wurfnähe der Achterleinen und die beiden freundlichen Nachbarlieger greifen hilfreich zu.

So kann es nicht weiter gehen! Ich baue den Tankgeber aus, um in den Dieseltank inspizieren zu können. Der gesamte Boden des Tanks ist mit dunklen Klumpen übersät – Dieselpest. Wir haben einen Edelstahltank in dem der Biodiesel-Anteil offensichtlich über die sieben monatige Stehzeit ganze Arbeit geleistet hat. Es bleibt uns nur, den Tank von den Bakterien zu reinigen.

Aris, der freundliche Tankwagenfahrer, leiht uns Pumpe und Kanister und wir entleeren den Tank vollständig, das „verseuchte“ Diesel (100 l !!!)überlassen wir dem Tankwart, der für seine Dienste keinerlei Gegenleistung verlangt. klar ist, wir werden von ihm den neuen Diesel beziehen. Mit Superbenzin und allerleih selbstgebauter Werkzeuge reinigen Jan und ich langwierig den Dieseltank durch die nur 8 cm messende Öffnung, da der Schlamm nicht mal durch den Ablaßhahn ablaufen will. Ok, jetzt noch alle Leitungen und Filter austauschen (oh, wir haben keinen neuen Dieselvorfilter mehr), Diesel einfüllen, Chemie beisetzen und probieren wäre die Reihenfolge gewesen. Es ist Samstag Nachmittag, wo kriegen wir jetzt einen Dieselvorfilter her? Beim ortsansässigen Shipchandler wird die neue Lieferung in der kommenden Woche erwartet, so lange können wir nicht warten, wir haben jetzt schon zwei Tage verloren. Der pfiffige Inhaber hat aber noch einen gebrauchten im Regal, den er uns kostenfrei zur Verfügung stellt, selbst passende Dichtungen findet er noch irgendwo in seinem Lager – huh wir können weiterarbeiten, den Tank befüllen und starten – Maschine läuft.

Und jetzt ein kühles Bier!

Wind: SE – NW 1 – 5  Bft

Etmal:  32 nm

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