Salzwasser im Boot

Der Tag beginnt mit einer unangenehmen Überraschung schon gleich nach dem Frühstück. Beim Motorcheck finde ich Wasser in der Bilge, in der Motorbilge und im Ruderskek (dem Rumpfteil, an dem das Ruder befestigt ist). Die Manschette dichtet den Ruderkoker – das Rohr an dem das Ruder hängt geht durch den Rumpf bis an Deck – nicht mehr sicher nach oben ab. Die Stopfbuchsenpackung, die den Koker ebenfalls abdichten soll ist wohl über Winter ein wenig eingetrocknet. Also alles trocken legen und jede Menge Marinefett (salzwasserbeständig) verpressen. Ist einfach, wenn man je Arm sechs Gelenke hat und zur Orientierung die Augen ausfahren kann. Die Manschette neu befestigen und die Eignerkabine – unter deren Bett sich das ganze abspielt wieder ein- und aufräumen – fertig.

Wir gehen dennoch gegen 0700 loc Anker auf, denn heute haben wir eine größere Etappe vor uns.
62 nm sind bis PYLOS zurückzulegen.

Capo Tainaro, westl. Huk zum Lakonischen Golf

Gegen 0900 loc erscheint die Sonne immer schwächer, es wird dunstig. Wenig später fahren wir in eine ca. 100 m dicke Nebelwand ein. Pottendicht, würde man im Norden sagen.

Sichtweite kleiner 100m

Wir reduzieren die Geschwindigkeit, schalten die Positionsleuchten an, gehen doppelten Ausguck und geben alle zwei Minuten unser „Nebelsignal ab. Das Radargerät wird eingeschaltet aber die Antenne gibt kein Signal zurück – na prima. Später stellt sich heraus, daß der Elektriker, als er nach dem Maststellen, die Elektrokabel wieder angeschlossen und unter die Salondecke „gestopft“ hat (es gäbe auch ein spezielles Fach dafür unter der Decke!) sich die Minusleitung des Gebers der Radarantenne gelöst hat.

Nach 11!!! Stunden Motorfahrt (zwei im Nebel) erreichen wir Pylos und ergattern gerade noch den letzen Liegeplatz am Hafeneingang. Beim Ankerbier steigt uns unangenehmer Dieselgeruch in die Nase. Nachdem ich die Motorverkleidung entfernt habe, sehe ich keine Auffälligkeiten – ah die Bilge ist trocken, das freut einen doch. Der Dieseltank und alle Leitungen sind äußerlich trocken  – gut.
Dann prüfe ich den 22 l Reservekanister unter dem Cockpit-Boden und werde fündig. Direkt unterhalb des  Deckelgewindes „suppt“ es, der Kanister hat einen kleinen Riß. Der Diesel wird in den Tank gefüllt, der Reservekanister entsorgt und die Backskiste ausgeräumt, alles gereinigt und wieder verstaut.

Zur Belohnung geht es heute zu Gregori ins Restaurant, d.h. zuerst in die Küche und gucken was es gibt! Bis das Essen serviert wird nutze ich die Gelegenheit für einen Besuch bei Fotis Seaman, dem Inhaber eines wohlsortierten Shipshop. Leider hat er nicht die Dieselfilter, die wir brauchen, dafür bekomme ich – kostenfrei –  einen Drink, einen halben Liter selbst erzeugtes Olivenöl, 50 m, 4mm Leine für die Passarella (Gangway) und ein unterhaltsames Gespräch von /mit Fotis. Der Laden ist einen Besuch wert, zum Kaufen, zum Stöbern oder zum Quatschen. Danke Fotis!

Was soll ich sagen, die Mama von Gregori hat wieder vorzüglich gekocht!!!

 

 

Wind: Variabel in Böen 1Bft, Nebelfelder

Etmal:  62 nm

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