Garnelen bis der Arzt kommt

Kolpos Lefkimmis ist eine weite ruhige Bucht im Süden von Korfu. Dorthin hatten wir uns zurückgezogen, um wieder einmal die Zweisamkeit zu genießen. Leider sind die Versorgungsmöglichkeiten sehr eingeschränkt. Wir fuhren die 13 nm nach Plataria, um uns zu versorgen.

Plataria Hafen

Erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt!

Kaum in Plataria eingelaufen und festgemacht, sehen wir eine uns bekannte Segelyacht durch die Einfahrt kommen. Wir nehmen die Festmacher entgegen und begrüßen Anette und Rudolf. Die Dresdener sind genau wie wir den Sommer über in Griechenland unterwegs. Dieses Jahr mussten sie einiges anstellen, um ihr Boot ins Wasser zu bringen. Ihren Liegeplatz hatten sie in Mesolongion an der Nordseite des Golf von Patras in der gleichnamigen Lagune.
Berühmtheit erlangte die Kleinstadt Missolunghi während der griechischen Revolution in den 1820er Jahren. Messolonhgi gilt bis heute als Symbol des griechischen Widerstands gegen das Osmanische Reich. Seit 1937 darf die Stadt laut einer Verfügung des griechischen Königs Georgios II. aufgrund ihrer historischen Bedeutung den Ehrentitel Iera Poli („Heilige Stadt“) führen.
Die Marina war zum Zankapfel der ehemaligen Eigentümer und der Stadt geworden. Diese verfügte zur Streitschlichtung, dass der Betrieb solange einzustellen sei, bis die Streitigkeiten gerichtlich geregelt seien, d.h. keine Kranbewegungen in der Marina. Es musste jemand gesucht werden, der die Boote vom Gelände der Marina an einen geeigneten Ort an der Kaimauer verbrachte, damit der organisierte Kran diese dann zu Wasser lassen konnte. Insgesamt alles recht aufgeregt und aufregend, wie Anette berichtete. Das Wiedersehen feierten wir dann abends bei OLGA einem Restaurant mit deutschsprachiger Inhaberin und einem großen Herz für Segler.

OLGAs Restaurant

enger als beschrieben

Wir bleiben zwei Tage bevor wir der Empfehlung von Conny und Wolfgang folgen und Richtung Norden nach Sayiadha (Sagiata) auslaufen. Der kleine Fischerhafen liegt gegenüber von Kerkyra Stadt (Korfu), ist recht unscheinbar und besitzt nur eine sehr schmale Einfahrt, die in den nautischen Unterlagen als sehr viel breiter ausgegeben wird.

Auch ist in der Karte die Tiefe vor der Einfahrt mit 1,80 m angegeben, da durch den nahen Fluß, die Lagune zum versanden neigt. Bei der langsamen Einfahrt konnten wir dann auch keine Grundberührung spüren, obwohl der Tiefenmesser kurz die 1,80 m angezeigt hatte. Im Hafenbecken selbst sind die Tiefen um 3 – 4 m und der Grund hält gut. Wenig später trafen auch – wie verabredet – die BERTA LOOKS und die GONDWANA II mit Turan ein. An der Nordecke des Hafenbeckens gibt es das Restaurant Alex´s Taverna, hier gibt es Garnelen zum Kilo-Preis und lecker zubereitet. Hier fallen wir am Abend ein. Prawns, frisches Brot und kühlen Weißwein, mehr braucht es nicht für ein leckeres Abendessen. Hier verweilen wir an drei Abenden und haben eigentlich noch nicht genug. Die Tage vergehen mit Einkaufen und kleinen Reparaturen. Die GONDWANA II legt ab, in Richtung Gibraltar mit dem Ziel an Weihnachten die Karibik zu erreichen. Große Teile wird Turan einhand unterwegs sein. Seine Ausrüstung ist offensichtlich überkomplett, denn er schenkt uns sein wenig gebrauchtes, aufblasbares Zodiak, welches er neben einem Beiboot mit Festboden zusätzlich mitführt. Da unser Beiboot gerade mehr als schwächelt freuen wir uns riesig über dieses sehr großzügige Geschenk. Vielen Dank Turan!!!

Wind:  W 1-3 Bft     SW 1-3 Bft     S 2-3 Bft
Etmal:  14 nm         13 nm            17 nm

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