Venedig

Stillwasser. Die Nacht am Anker war ruhig, ohne Wind, nur die Tide drehte das Boot ganz vorsichtig. Das Wetter ist großartig und mit etwas Glück kommen wir heute wohl ans Segeln.
Schier endlos führt die Dalbenreihe an Steuerbord Richtung Ansteuerungstonne. Die Ausfahrt der Lagune erreichen wir drei Stunden vor Hochwasser, die Wassertiefe beträgt auf der Barre jetzt teilweise nur 3,00 m, bei 0 Wind und 0 Welle allerdings kein Problem. Gemütlich tuckern wir der Punta Tagliamento entgegen und genießen den Blick auf fast endlose Strände. In Höhe der Mündung des Tagliamento stellen wir die Maschine ab und rollen zum gesetzten Großsegel die große Genua aus. Wir segeln!!!
Innerhalb kurzer Zeit frischt der nördliche Wind zeitweilig bis auf 16 Knoten auf und die SUNBEAM kann zeigen was ihr schlanker Rumpf leisten kann. Kursstabil pflügt sie durch die kleinen Wellen und wir „fliegen“ mit 6 – 8 Knoten nach Westen, vorbei an so bekannten Badeorten wie Bibione, Falconera und Lido di Jessolo.
Auf dem Weg probieren wir das Boot mit einigen verschiedenen Manövern aus, reffen ein und aus, wenden und halsen und verschaffen uns beigedreht ein wenig Ruhe zum Kaffeettrinken. Bei diesen moderaten Verhältnissen sind wir mit dem Seeverhalten der CALYPSO voll zufrieden.

Die herrlichen Stunden bis zur Ansteuerungstonne des Porto Lido, der ostwärtigen Einfahrt der Lagunenstadt (ca. 45 sm), sind kurzweilig und viel zu schnell vorbei. Der Verkehr hat deutlich zugenommen und bei frischem Nordwestwind holen wir die Segel ein und folgen nun – vorbei an Stellnetzen und Fischfarmen – unter Maschine der Betonnung in die Lagune. Immer wieder findet sich Venedig mit dem überspülten Markusplatz in den Schlagzeilen der Medien, dagegen wird nun u.a. ein neues Sperrwerk in der Einfahrt gebaut und wir navigieren sorgfältig in den geänderten Wasserwegen. Als uns in Höhe des Ex Semaforo im Canale die San Nicolo ein „Kreuzfahrer“ entgegen kommt, bleibt für uns nur der äußerste Rand des Fahrwassers.

 

Kreutzfahrer bei der Ausfahrt

Kreutzfahrer bei der Ausfahrt

 

Bis zu fünf dieser Kolosse können gleichzeitig mitten in der Stadt ankern, dann überschwemmen die Menschenmassen der Dickschiffe die Stadt. Nichts gegen einen florierenden Tourismus, da die Großen durch die Stadt jedoch nicht mit Energie versorgt werden können, laufen die Stromerzeuger der Touri-Schiffe während des gesamten Aufenthaltes (mit Schweröl) und die ehrwürdige Altstadt und deren Bewohner sind hierdurch in eine dicke Abgaswolke gehüllt. Geht das nicht auch schonender?

Luxuriös aber leider nicht umweltfreundlich

Luxuriös aber leider nicht umweltfreundlich

Nach einer kleinen Rundfahrt bekommen wir vom freundlichen Hafenkapitän in der Marina Sant´Elena einen Liegeplatz zugewiesen, noch zweieinhalb Stunden bis zum Abflug, das sollte reichen.

 

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