Shanty und Schifferklavier

Die Bucht Slano hat gehalten, was man sich von ihr versprechen durfte. Zwei Nächte bläst der Jugo, mal mehr mal weniger heftig, bringt auch einige Regenschauer mit, die warme Luft ist durchsetzt mit rötlichem Sand, der sich überall an Deck finden lässt und wir hatten ein sicheres Plätzchen.

Wir sind für die nächsten Tage mit einem langjährigen Arbeitskollegen verabredet, haben aber den genauen Termin vom Wetter abhängig gemacht und wollen ihn kurzfristig absprechen. So kündigen wir uns mal für morgen an, denn heute wäre der Kurs genau gegen an und das bei 20 kts Wind, nein danke. So wählen wir den schnellen Halbwindkurs und besuchen noch einmal die Insel Mljet- genauer – die Bucht Okuklje mit dem gleichnamigen Örtchen. Nach geschwinder Überfahrt können wir bereits am frühen Nachmittag am Restaurantsteg bei Maran festmachen. Ebenfalls eine rundum gut geschützte Bucht, dies können wir eine Stunde später von der dörflichen Kirche aus feststellen. Diese befindet sich nicht – wie üblich – in der Dorfmitte, sondern abseits auf einer Anhöhe 150 m über den Dächern der kleinen Häuser. Am Abend werden wir gut verpflegt und eine männliche Charter-Crew aus NRW sorgt mit Schifferklavier und Gesang für die entsprechende Stimmung. Zwischendurch toben sich ergiebige Regenschauer aus, dass die Boote heftig an ihren Leinen zerren und die Tische des Restaurants neu geordnet werden müssen, um jedem Gast ein trockenes Plätzchen zu sichern. An diesem Abend kommt in einer halben Stunde mehr Regen vom Himmel, als sonst im ganzen Monat. Am nächsten Morgen ist dann der Himmel wieder klar, die Sonne scheint und wir machen CALYPSO als letzte vom Steg los, hier her kommen wir sicher nochmal. Heute passt dann auch der Kurs für Trstenik und die Segel können wieder trocknen. Am Nachmittag laufen wir in dem kleinen Hafen am Peljesac ein und bekommen gegen alle Befürchtungen einen Platz mit Mooringleine. Bernhard und Bozana erwarten uns schon und klären mit dem Hafenmeister die nötigen Details. Wir werden nämlich die nächsten beiden Nächte an Land, in einem richtigen Bett schlafen – eines das sich nicht bewegt – wir sind gespannt. Die Wiedersehensfreude ist groß und es gibt viel zu erzählen, schnell sind ein paar Sachen zusammengepackt und es geht per Auto fünf Kilometer kurvenreich nach Sreser, auf die nordwestliche Seite von Peljesac.

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