Schwell is einfach nix

18.08.
Ein wunderschöner Morgen begrüßt uns in der schönen Bucht, die kargen Hänge erscheinen ROT im frühen Licht und die Fenster der vereinzelten Wohntürme – ein Wahrzeichen der Halbinsel Mani – reflektieren die Strahlen der Sonne.

Wohntürme und Burg

die südl. Einfahrtshuk Cabo Matapan

Noch vor dem Frühstück machen wir das Dingy für die Überfahrt klar. Den Außenborder zu installieren lohnt sich für die kurze Strecke zum Anleger der Fischer nicht und so rudern wir kurz über das stille Wasser. Wir besuchen die kleine Kirche Agios Nicolaous, wie ein kleines Mausoleum klebt sie sie auf den Felsen. Nach der kleinen Klettertour lassen wir uns von Maria ein leckeres griechisches  Frühstück zubereiten, mit allem was das Herz begehrt (Eier, Brot, Schafskäse, Gurken, Tomaten, Honig, griechischer Kaffee usw,). So gestärkt, rudern wir in einem leichten aufkommenden Wind zurück zu CALYPSO. Bevor wir Anker auf gehen, nehmen wir noch ein ausgiebiges Bad im klaren Wasser.

Porto Káio oder Porto Kayio

Andere Boote sind bereits aus der Bucht motort und versuchen im nun rasch aufbriesenden Wind ihre Segel zu setzen, an der ungünstigsten Stelle, wie ich meine. Jan soll gleich eine ausgiebige Ahnung von den Möglichkeiten haben und so setzen wir das Groß im ersten Reff und holen die Ankerkette ein. In Richtung Ausfahrt gedreht, erhält CALYPSO zur Verstärkung noch die Genua auf der anderen Seite. „Platt vorm Laken“ (genau vor dem Wind, ein Segel Backbord, das andere Steuerbord auch Schmetterling genannt) rauschen wir zwischen den manövrierenden Booten hindurch in Richtung Osten. Die Rauschefahrt (Wind 25 kts) dauert leider nur eine gute halbe Stunde, dann sind wir aus dem Abwind der Mani heraus und müssen etwas tricksen, um in Fahrt zu bleiben (Wind 5 kts). Mit einem Bogen über Nord und Ost können wir eine Stunde später unser heutiges Ziel – Elafonisos – anliegen (Kurs nehmen auf…), und die Fahrt nimmt auch wieder zu. Gegen 1700 laufen wir in die Bucht Sarakiniko ein, leider sind die akzeptablen Plätze bei dieser Wetterlage schon besetzt und wir weichen in die Bucht Lefki aus, die gut geschützt gegen Wind und vor allem den Schwell gerade um die Ecke (Cabo Frangos) liegt. Hier ist ausreichend Platz, auch für 60 m Kette (bei gut 8 m Wassertiefe), wir können also ruhig schlafen, nachdem Dagmar uns ein herrliches Mahl aus dem Wok gezaubert hat.

Wind: SW-W 4-5 Bft,
Etmal:  29 nm

19.08.
Wir wollen Jan doch diese wunderschöne Bucht (Sarakinikos) zeigen, mit weißem Grund und kristallklarem Wasser und weitem weißen Strand. Es gelingt uns nicht, der Schwell steht immer noch in beide Buchten (die zweite heißt Frangos) und nach einem kurzen Bad und der Prüfung der Wettervorhersage setzen wir Segel in Richtung Cabo Maleas. Das zweitsüdlichste Kap des Peloponnes ist oft mit wechselhaften und stürmischen Wetterbedingungen „gesegnet“. Heute dreht der Wind von W über SW nach SE und NE, um später mit leichtem Gesäusel aus wieder auf SW zu drehen. Das Kap schaffen wir unter Segel aber die letzten zwei Stunden muss die Maschine zu Hilfe genommen werden, um noch bei Helligkeit in Monemwasia anzukommen.

die ehemalige Felsinsel ist heute über einen Damm mit dem Festland verbunden

Das schaffen wir auch, einen Platz im Hafen bekommen wir jedoch nicht. In der Nähe der Brücke suchen wir uns einen passenden Platz, legen seeehr viel Kette und zwei Landleinen für eine ruhige Nacht, da es wieder mit 20 kts aus N bläst.
Am nächsten Morgen verhohlen wir uns auf einen frei gewordenen Platz im Hafen und gehen unsere Besichtigungstour der Festungsanlage aus dem byzantinischen Reich an. Für die Besichtigung der aus zwei Teilen bestehenden Ansiedlung darf man ruhig einen ganzen Tag einplanen. Die ummauerte mittelalterliche Unterstadt am Abhang des Felsens wurde in den letzten Jahren unter Auflagen vom sanften Tourismus erschlossen. Hotels, Restaurants und Geschäfte dürfen die Bausubstanz nutzen und erhalten und, wenn nötig, nach original Vorlage wieder herstellen.

die ummauerte Unterstadt ….

Die Zitadelle auf der Höhe des Felsens, die nur über einen einzigen, vielfach gewundenen, steilen und gut gesicherten Weg erreicht werden kann ist seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts nicht mehr bewohnt. Einzig die Agia Sophia, die nicht nur den Namen der Moschee aus Konstantinopel (Istanbul) trägt, sondern auch eine kleinere Ausführung derselben ist, wurde Mitte des 20. Jahrhunderts wieder vollständig aufgebaut. Das Gotteshaus dient heute, nach mehrmaligem Wechsel, der katholischen Gemeinde u.a. für Hochzeiten und Gottesdiensten und ist für Besucher geöffnet. Der Rest der weiten Ebene ist übersät mit Ruinen, die über angelegte Wege, bis hin zur ehemaligen Zitadelle, erkundet werden können.

…. mit Weg zur Oberstadt

Wind: NW 4 Bft, später NE 4 Bft
Etmal:  38 nm

bis zum nächsten Mal

 

 

 

 

 

21.08.
Nach üppigem Frühstück geht´s am späten Vormittag weiter nach Norden. Der starke Nordwind, gegen den es den gesamten Tag aufzukreuzen gilt, verhindert das Erreichen des Tagesziels Porto Cheli. Ordentlich durchgeschüttelt finden wir am späten Nachmittag tatsächlich noch ein Plätzchen in der Nachbarbucht von Kyparissi. Hier steht eine kleine Kirche, deren Vorplatz von einer Anlegestelle abgeschlossen wird. Richtig geankert, haben hier mit Landleinen bis zu 6  Boote platz und sind sogar gegen Etesien (typischer Starkwind der Ägäis aus N) einigermaßen geschützt. Abends flaut der Wind ab und der Schwell der vorbeiziehenden Berufsschifffahrt macht sich unangenehm bemerkbar und wird durch den auf ENE drehenden Wind in der Nacht auch noch verstärkt – eher grenzwertig. Am frühen Morgen wird es dann jedoch wieder völlig ruhig und die Wettervorhersage (no wind) lässt uns dann doch ausschlafen.

Wind: N 5 Bft,
Etmal:  23 nm

 

 

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