Pula

Als wir Molat verlassen, wissen wir noch nicht so genau, wohin denn die Reise heute gehen soll. Für die übernächste Nacht ist „schwarze Bora“ angesagt, ein starker Nord bis Nordost-Wind der häufig starken Regen mit sich bringt. Wir taktieren hin und her, morgen soll es kaum Wind geben, aber heute Nacht wäre er ideal um den Kvarner zu queren. Wir fühlen uns fit und rechnen den Landfall für morgens 4 Uhr aus. Tatsächlich liegen wir schon um 0030 Uhr fest am Steg der Bunarina in der Bucht Veruda bei Pula. Die Fahrt hat uns gefallen, schöner Windwinkel von 70 – 90°, 12 kts Wind, alles gut, auch das Bierchen, das wir uns vor dem Schlafen gehen genehmigen.

Dachten wir nachts noch, die Boote am Steg seien verlassen, kehrt am Morgen doch Leben auf dem Steg ein. Uns gegenüber liegt die DREAM, Doris und Norbert aus NRW sind schon lange Jahre mit ihrer Bavaria Caribic in kroatischen Gewässern unterwegs. Doris bietet uns Kaffee, Norbert Informationen über das Revier und besuchenswerte Plätze an, wir verabreden uns für den Nachmittag zum Kaffee, machen einen Spaziergang um die Hotelhalbinsel und gönnen uns einen schönen Sonnenuntergang in einer Restaurantempfehlung von Norbert. Auf der Terrasse lässt sich nicht essen, es ist zu kalt für die Jahreszeit. Ab 2200 Uhr gesellt sich dann auch die angekündigte Bora zu den Booten am Steg und testet die Mooringleinen auf Haltekraft und Länge. Die eingelagerten Gewitter jedoch ziehen freundlicher Weise außerhalb der Bucht vorbei und das Ganze ist gegen 0200 Uhr schon wieder vorbei. Morgens, die Sonne scheint schon wieder und wir versorgen uns im Supermarkt der Ferienanlage mit dem Nötigsten, denn die Regale sind nur noch spärlich gefüllt, die Saison geht zu Ende und die Anlage schließt zum 12. Oktober.

Mittags fahren wir, geführt von Doris und Norbert, mit dem Bus nach Pula. Die Stadt erfreut sich regen Besuchs deutscher Schulklassen, kein Wunder, kann Pula doch auf eine nahezu 3000 Jährige Besiedlungs-Geschichte zurückblicken und mit vielen Sehenswürdigen punkten. Die Römer haben u.a. das Amphitheater, den Augustustempel oder den Sergierbogen errichtet, Häuserfronten aus den verschiedensten Epochen, Ausgrabungsfelder und eine Festungsanlage erfreuen das Auge des geneigten Betrachters. In der Markthalle gibt es Fleisch und Fisch, draußen Obst und Gemüse aus der Region und allerlei regionale Besonderheiten (Schnaps, Honig usw.).

Als wir zurück zur CALYPSO kommen, müssen wir entgegen anders lautender Anweisungen unseren Liegeplatz räumen. Haben wir CALYPSO am Morgen doch schon einmal verholt. Kurz entschlossen legen wir ab und verholen in die nahe Bucht Soline, die wir von früheren Fahrten schon kennen. Nach einer sehr ruhigen Nacht sind wir heute von dort in die Bucht Kriz „geblistert“, um uns morgen Rovinje anzuschauen.

 

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