königlicher Besuch

Wir fahren etwas früher los, da es DAS Kap des Peloponnes – Kap Malea – zu runden gilt. Hier ist eine Wetterscheide und man fährt eigentlich vom Ionischen- ins Ägaeische-Meer. Hier schlagen die Wellen schon mal höher als anderswo, aber heute ist uns das Kap freundlich gestimmt und es gibt nur wenig Wind. Nun sind wir also auf der Ostseite und das erste Ziel ist Monemvasia. Schon von Weitem erkennt man den hohen schroffen Fels, der sich im Scheitel der Bucht deutlich vom dahinter liegenden Bergland abhebt. Die stolze, von Byzantinern erbaute Festung wurde überhaupt nur einmal seit ihrer Erbauung im 6. Jh eingenommen, nämlich durch die Griechen bei der Vertreibung der Türken 1821.

Der Fels von Monemvassia

Der Fels von Monemvassia

Der kleine Hafen ist gut gefüllt. Wir gehen an einem neuseeländischen Boot längsseits, kaum fest, beginnt es in den Masten der Boote zu heulen – Starkwind ist eingetroffen. Der hält sich drei Tage. Wir vertreiben uns die Zeit u.a. mit der Teilnahme an der alljährlichen Feier zur Vertreibung der Türken. Die Griechen lassen hierzu die entscheidende Seeschlacht noch einmal aufleben, viele kleine Fischer- und Sportboote stürzen sich mit Knall und Getöse auf ein osmanisch hergerichtetes Boot, welches zum „guten“ Schluß in Flammen aufgeht und versenkt wird (die Überreste werden ab dem nächsten Tag im Hafen ausgestellt). Die Besucher, die diesem Spektakel beiwohnen wollen, übertreffen heute die Anzahl der Bewohner Monemvasias und in den Restaurants, Tavernen und Bars ist kein freier Platz zu bekommen. Wir unterhalten uns trefflich mit Jaqueline und Peter, einem Österreichisch-Holländischen Paar, das nicht nur seit über 40 Jahren verheiratet ist, sondern eben solange auch segelt, nicht genug, sie haben auch noch ein zweites Boot in Thailand, mit dem ihre Weltumsegelung noch zu beenden wäre.

Heute, nach der überstandenen Feier verlassen viele Segler den kleinen Hafen. Wir lösen unser kuscheliges Päckchen mit den Neuseeländern auf und verholen uns zum Verssorgen an einen günstigeren Platz. Außerdem hatten wir Waschtag. Nachdem das Boot entsprechend „geflaggt“ war, hat sich dann auch Dagmar der aufwendigen Prozedur des Haare Waschens gewidmet. Das erledigt sie im Allgemeinen im Bikini, heute jedoch in BH und Höschen, da passiert es, kommt doch glatt Wilhelm Alexander – König der Niederlande – mit dem Tender ALDEBARAN längsseits, samt Maxima und Kindern. In einem zweiten Boot, ganz diskret, zwei Bodygards, die beim festmachen helfen. Bestellte Taxen fahren vor und die sämtliche Majestäten entschwinden zum Besuch der Altstadt auf der Felseninsel. Drei Stunden später kehrt das Königshaus zurück, besteigt ihr Bötchen und mit Leibwächter i Schlepptau geht’s zurück – wahrscheinlich zum Basisschiff.

Morgen geht’s bei uns weiter Richtung Norden.

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