Deutschland vs. Schweden und Meltemi

Jan  ist pünktlich aus Deutschland eingetroffen und wir brechen nach einer kleinen Stärkung auf, um Thessaloniki zu erkunden.

Der weiße Turm

der Galeriusbogen mit Reliefdarstellungen von Szenen aus den Kämpfen des Galerius gegen die Perser 296/297

Waterfront Saloniki

die Ähnlichkeit mit der „Nürnberger Stadtwurscht“ ist unverkennbar – auch im Geschmack

Unser erstes Ziel ist Methoni, auf der Westseite des Thermaischen Golfs. Nach dem Einkaufen und der Sicherheitseinweisung legen wir am frühen Nachmittag ab. Wind ist reichlich vorhanden, steht uns aber direkt auf der Nase. Wir umfahren die Einbahnwege der Großschifffahrt und manchmal bleibt uns nicht einmal eine Seemeile zum Aufkreuzen, da die Engstelle bei der Insel Kavoura zusätzlich durch Geschiebe des Flusses Axios, der an dieser Stelle mündet, die nutzbaren Wassertiefen reduziert. Immerhin haben wir unseren Spaß an den Manövern und Jan kann sich wieder an das Händling gewöhnen.

Am Abend bleiben dann noch 10 kts Wind übrig, die wir dazu nutzen können zwischen den Muschelzuchten unseren Weg zu finden (nach dem nächsten Feld rechts ab, dann die zweite links und die zweite wieder rechts, geradeaus und vor dem asymmetrischen Feld wieder rechts, dann sind wir vor der Hafeneinfahrt. Doof, wir haben kein Foto gemacht.

Gut versorgt gehen wir nicht in den Hafen, sondern Ankern frei, nicht jedoch an der Stelle, die ich nach Seekarte ausgesucht hatte, da in Wirklichkeit zu flach. Ab der 20 m Tiefenlinie stimmen die Tiefenangaben in der Realität mit denen der Karte nicht mehr überein. Dank Axios (ein Fluß, der nur wenige Meilen nördlich einmündet) und den Winterstürmen aus Süd treffen wir ungefähr die Hälfte der jeweils vermerkten Wassertiefe an. Wir tasten uns vorsichtig voran und Ankern dann geschützt durch die Steinschüttung des Hafens bei 2 m Wassertiefe (allzeit eine Hand breit Wasser unterm Kiel?) auf weichem Schlick. Eine ruhige Nacht.

Über das Kap Kassandra (dessen nördlichen Ankerplatz wir diesmal ausprobieren) geht es um das Kap Paliouri ind die zauberhafte Nord-Bucht des Ormos Kannavitsa. Der Strand ist leider auch hier stark bebaut und zwei Strand-Discotheken liefern sich bis 1800 Uhr ein Lautstärken-Duell, danach flitzen noch ein paar Wasserskiläufer und Skooterfahrer um unser Boot und ab 1900 Uhr herrscht dann auch Ruhe – schön!

Das zweite Gruppenspiel liegt an und zum Zusehen haben wir uns Nea Marmaras ausgesucht. Ein Hafen mit Einrichtungen für Sportboote (lt. Hafenführer). Schon beim Einlaufen sehen wir die völlig zerstörten Schwimmstege, die ein Wintersturm aus Süd vor zwei Jahren aus deren Verankerungen gerissen hat. Auch die in der Karte eingezeichnete Betonnung fehlt. Zwei Plätze an einem weiter innen liegenden Steg sind noch frei, angeblich sollen hier Mooringleinen sein, die aber -wenn überhaupt vorhanden – von Einheimischen bereits ausnahmslos okkupiert sind und für die Gäste nur die Lücken mit Hilfe des eigenen Ankers genutzt werden können. Wasser, Strom, Fehlanzeige, wir wollen nicht klagen, der Fußballabend scheint gerettet und die Alternative – Porto Karras, nach eigener Aussage, die schönste Marina in Nordgriechenland ist uns mit über einhundert Euro pro Nacht!!! dann doch zu teuer! Schweden – Deutschland war dann auch weit aufregender als ein Thriller. Puh, gerade noch mal gut gegangen! Auch Wasser gibt es, nach „Geheimtipp“, spät abends noch am Steg!

Weiter geht es am nächsten Tag nach Norden, wir wollen den Toronaischen Golf erkunden. Außer in Nikiti gibt es keinen weiteren Hafen im Norden des Golfs. Das Wetter soll ausnahmsweise mal wieder ruhig bleiben und in Ermangelung einer geeigneten Bucht, ankern wir die Nacht vor den Stränden von Gerakini, die gegen die vorherrschende Windrichtung auch etwas Schutz bieten.

Vorbei ist die ruhige Wetterphase und wir müssen uns einen Meltemi-geeigneten Platz suchen. Wir planen, in den Golf Singitikos einzulaufen und in Agios Nikolaos Schutz zu suchen. Leider lässt uns der Wind am Nachmittag im Stich und alternativ laufen wir Porto Koufo am Südzipfel des Khersonisos Sithonia (die mittlere Halbinsel) an (was,wie wir später sehen, die bessere Entscheidung war). Die große Bucht ist bestens geschützt, verfügt aber nur über schlecht haltenden Ankergrund. Wir haben Glück!

in Porto Koufo im Päckchen liegen wir sicher, auch bei 40 kts Wind

Ein französischer Eigner lässt uns ins Päckchen gehen. Hier, auf der dem Wind abgewandten Seite, wettern wir den Meltemi (bis 9 Bft) und die Gewitter in Sicherheit ab. Wie lange es dauert? Bis es vorbei ist! Der Kühlschrank ist voll und es gibt eine ordentliche Auswahl an Tavernen. Schon am ersten Abend aber stellen wir fest, deren Preis/Leistungsverhältnis stimmt mit unseren Vorstellungen nicht überein und wir besorgen uns eine Dorade im nahen Fischmarkt, die leicht drei Personen sättigen wird (Wildfang 1300g für 25€). Dagmar zaubert uns – wie immer – ein leckeres Abendessen!!!

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