Der südliche Golf von Euböa

Heute gehen wir schon um 0700 Uhr Anker auf, denn wir wollen vor dem Einsetzen des Windes durch den Stenon Xero nach Norden weiter. Während wir in den Kanal einfahren weht es jedoch auch schon mit 4 Bft und so brauchen wir für die 4 Seemeilen gegen Wind und Strom auch eine volle Stunde. In Höhe Marmari (mit ehemaligem Marmorsteinbruch) können wir dann gereffte Segel setzen und eine halbe Stunde später bläst uns ein satter 5 er ins Gesicht. Je weiter wir aus de Ormos Marmari herauskommen, umso mehr dreht der Wind auf Nord. Das wirkt sich für uns etwas günstiger aus, da wir jetzt auf dem Holebug (Richtung die man eigentlich gar nicht fahren will) bis hinter die Insel Nea Styra fahren können, auf der wir in der Karte eine scheinbar geeignete Bucht zum Ankern ausgemacht haben. Naja, zum Teil wurde diese Einschätzung bestätigt, denn hier ist wirklich gar kein Wind, aber die angegebenen Wassertiefen stimmen mit der Realität nicht überein und so ankern wir auf einer Wassertiefe von 18 m! Wir gönnen uns ein erfrischendes Bad und bei einem Kaffee beleuchten wir unsere Optionen. Hier bleiben: dann müssen wir neu ankern und zwei Landleinen ausbringen, ist aber schön ruhig und wir sind alleine; weiter fahren: es ist gerade Mittag und der Wind verspricht schnelles weiterkommen, trotz Kurs gegenan.

Wir fahren weiter und erleben den gleichen Effekt wie am Morgen. Je weiter wir uns dem Westufer nähern, um so mehr dreht der Wind vorlich (im Uhrzeigersinn) und so segeln wir auf dem selben Bug quasi mehr als einen Viertelkreis – in die richtige Richtung. Es weht konstant mit 20 kts, die See ist relativ glatt und so düsen wir die ganze Zeit mit mehr als 7 kts durchs Wasser (schneller als 7,8 kts geht eh ohne Welle oder Strom nicht, das ist die Rumpfgeschwindigkeit von CALYPSO also die Bauart bedingte Höchstgeschwindigkeit). Somit brauchen wir als nur eine Wende, um die Einfahrt in den Ormos Almyropotamos zu treffen. Am Ende der Bucht soll es, neben einem Hafen, auch zwei brauchbare Ankerplätze geben. Da es noch früher Nachmittag ist schonen wir den Jokel (spart Diesel und Betriebsstunden) und kreuzen die 3 Seemeilen bis vor einen herrlichen Hotelstrand. Hier fällt der Anker in lupenreinen Sandgrund, so liegen wir trotz der heran donnernden Fallböen sehr sicher.

auf dem Foto sehen die Drinks garnicht schlecht aus

Dagmar hat an der Hotel-Strandbar Personal ausgemacht, ok, einen leckeren Drink und ein Abendessen wird es wohl geben. Später rudern wir mit dem Dinghi an den menschenleeren Strand und sind dann auch an der Bar die einzigen Gäste. Wir bestellen zwei Aperol-Spritz, die nach einem deutlichen Hinweis dann auch „verbessert“ werden. Beim Bezahlen sind wir dann über 7 €/Stück etwas überrascht (schlecht gemachtes teuer verkaufen) und entscheiden uns spontan für einen Salat auf dem Boot, das schont die Bordkasse!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.