Archiv für den Monat: August 2019

Kythnos – Kythnos – Poros

Heute solls dann nach Loudra gehen, aber Poseidon hat wohl was dagegen. Wind und Welle lassen unser Vorhaben einfach nicht zu. Wir gedachten die „paar Meilen“ gegenan zu motoren und dann Zuflucht in Loudra zu finden – denkste. Wir erinnern uns unseres Mottos, drehen um, setzen die Genua und rauschen mit Genuß dahin – wieder Richtung Süden. Ziel soll die Bucht Fikiiadhia auf der Westseite von Kythnos sein.

die Sandbarre der „Doppelbucht“

herrlicher Sonnenuntergang

Diese Bucht bildet mit der Bucht Kolona eine Doppelbucht nur eine Sandbarre getrennt, die quasi Rundumschutz bietet. Der Hafen Merikas liegt in erreichbarer Nähe, falls es einen Versorgungsengpass geben sollte – hatts bei Dagmar aber noch nicht gegeben! Zu unserer Überraschung finden wir auch auf der Westseite den passenden Wind, um nach Norden segeln zu können, durch Aufkreuzen zwar, aber immerhin.  Einen idealen Platz im Herzen des Ankerfeldes finden wir auch noch. So schön kann Segeln sein!

Wind:  NE-N-NW 2-5 Bft

Etmal: 21 sm

Der nächste Tag soll uns nun irgendwie in Richtung Athen bringen. Dort wollen wir uns mit meiner Cousine Elke treffen , die ihren Freund Norbert mit dem Segelsport bekannt machen will. Außerdem wollen wir unsere Freunde Ioanna und Dimitris besuchen und unser neues Großsegel in Lavrionabholen. Die nächste Zeit scheint jedoch ein Runden von Kap Suunion nicht machbar, im Kanal wehen immer 6-7 Bft. Der Wind ist dann auch gerade richtig, die Welle brav und wir genießen die Fahrt nach Westen. Leider ist an der unbewohnten Insel Agios Georgios – bekannt durch seine Windgeneratoren – schluß mit Lustig.

die unbewohnte Insel Agios Georgios, beliebter Ankerplatz der Großschifffahrt

 

 

 

 

 

 

Der Wind verabschiedet sich gänzlich, aber auch die -welle. Fast drei Stunden motorenwir in Richtung Poros – Eissalon, Wäscherei, Bäckerei und Supermarkt locken, nicht zu vergessen „Taverna Garden“ bei Thassos essen wir am liebsten. Wir finden einen guten Platz am Kai und nutzen das oben genannte reichlich.

Wind:  Variabel 1 – NE 5 Bft

Etmal: 47 sm

Serifos – Kythnos

Der Wind ist ideal, um nach nordwesten zu segeln – wenn da nicht die Welle wäre. Den ganzen Tag kämpfen wir mit uneinheitlichem, kurzem Seegang, der CALYPSO hin und her schuppst wie ein Spielzeug. Teilweise kommt soviel Wasser über, daß kleine Fische und Oktopusse an Deck gespült werden. Mit Mühe halten wir die Höhe, um nördlich an Sifnos vorbeizukommen. Dazwischen läßt der Wind so sehr nach, dass wir einige Meilen mit Motorunterstützung zurücklegen müssen. In der Bucht Vayia auf Serifos finden wir an eine Steilwand gedrückt guten Schutz und können uns von dem heißen – fast achtstündigen -Ritt erholen. Der Blick auf den schönen Strand entschädigt etwas. Leider haben wir keine Photos.

Wind:  NW 2-4 Bft

Etmal: 31 sm

 

das Ergebnis schwieriger Bedingungen

Von Serifos wollen wir nach Loudra im Norden von Kythnos segeln, uns versorgen und im warmen Thermalwasser baden. Aber!!! Nach runden der Südostecke von Serifos bleibt der Wind schlagartig aus, die Wasseroberfläche wirkt wie Öl. Bis zum Mittag dann gibt es – entgegen der Vorhersage – erst kaum Wind, dann aus Nordost statt aus Nordwest. Zu allem Übel baut sich wieder eine üble See auf und mit dem weiter zunehmenden Wind können wir unseren Kurs nicht halten.

Einfahrt zur Ankerbucht Agios Stefano

Wir brechen ab und laufen in die Bucht Agios Stefanos an der Ostseite von Kythnos ein. Einige Boote haben schon die besten Plätze belegt, aber wir haben etwas Glück und unser Anker gräbt sich auf 15 m Wassertiefe sofort ein – offensichtlich haben wir zwischen dem Seegras einen Sandflecken gefunden. Raus mit 70 m Kette und Ruhe ist!

Wind:  NW 1-6 Bft

Etmal: 29 sm

Despotika

Nach vier Tagen beschließen wir, weiterzureisen. Der Wind könnte sich passend entwickeln. Am Morgen ist er variabel und so schafft uns unser eiserner Gustav mit seinen 50 PS durch die Enge zwischen den Inseln Agrilos und Ofidoussa. Schon am Ausgang der Enge steht eine heftige Welle. Tagelanger Starkwind hatte das Wasser von Nordwest kommend aufgetürmt, zusätzlich steigt der Meeresgrund stark an – geschüttelt und gerührt. Anfänglich wie beim Bullriding auf dem Jahrmarkt stellt sich glücklicher Weise gegen  ein Uhr ein hilfreicher Nordwest ein und wir können mit gekürzten Segeln unser nächstes Ziel – Despotiko – anliegen. Zwischen Naxos und Paros wird der Wind nochmal kanalisiert, wodurch er südlich der Inseln auch nochmal beschleunigt wird – wir gehen ins 2. Reff ohne dabei auch nur ein Zehntel an Geschwindigkeit zu verlieren.

Anfahrt auf Despotika

Blick auf Antiparos

leider kümmert sich niemand um die desolaten Stege

So können wir in der Abdeckung wieder bis zum Ankerplatz segeln und dort bei 25 kts Wind das Eisen in gut haltendem Sandgrund versenken. Mit 65 m Kette schwoit CALYPSO zwar wie ein Lämmerschwanz (sie fährt an der Kette geführt immer hin und her), aber wir liegen fest und sicher – sofern uns keiner zu nahe kommt. Leider merkt man hier die Beliebtheit dieser schönen Ankerbuchten südlich Antiparos. Es ist die Hölle los! Der Ankerplatz, die Strände, die Restaurants – voll, der Geldbeutel anschließend leer, weil es Preise hat wie in Athen und der Service alles andere als griechisch freundlich ist. Als wir dann morgens auch noch scharfen Fäkaliengeruch wahrnehmen, hält uns nichts mehr. Wenn überhaupt, kommen wir nochmal zu einem anderen Zeitpunkt her, heute geht’s weiter Richtung Nordwesten.

Wind:  NW 2-6 Bft

Etmal: 27 sm

Wohin?

Gut versorgt legen wir gegen Mittag in Katapola/Amorgos ab. Unser heutiges Ziel Koufonisi südöstlich von Naxos ist nur 14 sm entfernt.

Wo der Wind uns hinträgt!

Wir kommen schließlich an der im Süden von Naxos gelegenen Insel Schoinoussa an. Warum? Kaum haben wir die schützende Bucht verlassen, kachelt es schon wieder mit 25 kts – nicht schlimm – aber der Wind kommt aus Norden – wo wir hin wollen – und hat am Vormittag einen Schwell aufgebaut, dass es kracht – im wahrsten Sinne des Wortes. CALYPSO taucht in die fast 3 m hohen Wellen, dass wir uns zeitweilig wie ein U-Boot vorkommen. Das wollen wir ihr und uns nicht antun. Wir fallen ab – Kursverbesserung auf Halbwind – und mit dem Wind von der Seite läßt sich auch der Böen besser begegnen. Im Schutz der  Inseln Keros und Kato Koufonisos läßt dann auch die Welle schnell nach und wir „fliegen“ unserem neuen Ziel entgegen – geht doch. In den Monaten July und August ist der Meltemi in den Kykladen eben am stärksten und die oben genannten Inseln liegen dann auch mitten drin, also ist es wichtig eine entsprechend tiefe Bucht zu finden, die ausreichend Schutz bietet, auch wenn die Windrichtung sich ändert. Eine solche Bucht finden wir im Süden der Insel Schoinoussa. Tief eingeschnitten, geschützt durch nicht zu hohe Hügel (weniger Fallböen), viel Platz und gut haltender Sandgrund inkl. klarem Wasser.
Hier halten wir die nächsten Tage aus. Als TAMIS zwei Tage später eintrifft, berichtet Michi von 35 kts +, wobei wir nur Wind bis 20 kts „aushalten“ mussten. Gemeinsam verbringen wir drei Tage in der Bucht, die leider keinen direkten Zugang zum Land bietet, da sich hier eine Hotelanlage über die gesamte Landzunge erstreckt.

Privatstrand des Luxushotels

fünf Sterne +

Privat! Wir machen einige Dinghiausflüge, auf der Westseite ist leider der Seegang zu hoch und auf der Ostseite gibt es weder Weg noch Steig um in die ca. 4 km entfernte Ortschaft zu kommen.

Wind:  NW 5-6 Bft

Etmal: 18 sm

von Levitha nach Amorgos

Schon von Patmos Hafen ging’s – wie versprochen – mit sehr gutem Wind nur unter Genua sehr gut in Richtung Ziel – Levitha. Eine kleine nur von ein paar Menschen bewohnten Insel mitten in der Ägäis.  Später drehte der Wind wunschgemäß auf West und wir konnten das Groß zur Unterstützung setzen. Für die 25 sm brauchten wir gut vier Stunden, das ist ordentlich. Als wir um die Landzunge der angepeilten Bucht biegen, sehen wir nur zwei weitere Segler an den ausgelegten Bojen liegen, ein komfortabler Empfang, auch wenn einmalig 7€ Liegegebühr verlangt werden.

tief in der Bucht liegen wir sicher an der Boje

Ankern ist zwar möglich aber schwierig, da der Grund tief und weit mit Seegras bedeckt ist. Hier haben wir guten Schutz, auch wenn die Fallböen über die Hügel pfeifen.
Hier ist nur noch eine Bauern-Familie übrig geblieben, die jedoch die brach liegenden Felder in einem weiten flachen Tal auch nicht mehr für bewirtschaftenswert hält. Sie halten Federvieh und Ziegen und fischen in den umliegenden Gewässern. Ansonsten wird alles, was hier verbraucht wird, mühsam mit dem Boot herangeschafft. Wegen des launischen Meeres und der meist starken Winde,  erfordert das eine sehr gute Vorratshaltung und die Transportkosten sind nicht unerheblich.

sind keine Gäste da, wird das Restaurant auch mal Zweck entfremdet

Die Küche ist dennoch sehr fein und es wirkt niemand unzufrieden. Ein solches Leben muss man wollen und ist sicher nicht jedermanns Sache.

das Transportfahrzeug

Nach zwei Tagen Ruhe und Baden im glasklaren Wasser verspricht der Wind eine gute Reise nach Amorgos. Amorgos liegt in einer “ Gasse“ in der der Meltemi (oder auch Etesien) häufig nochmal extra aufbraust und schon manchem Segler alles abverlangt hat. Mit nördlichen Winden kommen wir gut voran. Bald schon erreichen wir Agios Elmino, die Landzunge hinter der die zweite Ankerbucht Levithas liegt. Entlang kleiner unbewohnter Inseln geht es 10 sm rasch dahin. Als wir dann den Schutz der Inseln verlassen, entwickelt sich schnell ein veritabler Seegang und obwohl der Wind von 3 Bft auf 5 Bft auffrischt, kommen wir kaum schneller voran. Kurz überlegen wir Amorgos südlich zu runden, sehen aber dann doch davon ab, da der Wind eher noch weiter rückdrehen – nach Westen – soll.

Gut, dass wir uns so entschieden haben, denn kaum haben wir die Ankerbucht Vilakardha an der Nordostseite von Amorgos passiert dreht der Wind auf Südwest. Ok, was tun? Der Hafen Aigialis und die Bucht Vilakardha sind für die nächtens  angesagten Bedingungen ungeeignet, die geeignete Bucht Kalotyri liegt genau in Windrichtung mit starkem Strom gegenan und Schwell. Es ist erst früher Nachmittag und so entscheiden wir uns für die etwas nördlicher gelegene Insel Donoussa. Ein Reff ins Großsegel und schon geht’s flott in Richtung Nordwesten. Das hat sich gelohnt, denn in der Bucht Roussa finden wir einen guten Ankerplatz für das zu erwartende Wetter und wir haben nur einen Mitbewerber.

Ormos Roussa

Zwar müssen wir auf 15 m Tiefe ankern, aber beim einfahren des Ankers mit 60 m Kette und Vollgas rückwärts bewegt sich nix mehr. Am Abend brist es dann auch heftig aus Südwest auf, gut, dass ich vor dem Schlafen gehen nochmal 30 m Kette nachgesteckt habe. Die Böen erreichen in der Nacht deutlich mehr als 30 kts und fühlen sich ungewöhnlich hart an. Am nächsten Morgen dreht der Wind auf Nordwest ohne sich merklich zu beruhigen. Wir gehen Anker auf und setzen die halbe Genua. Mit mehr als 7 kts Fahrt rauschen wir aus der Bucht. Draußen nimmt der Wind langsam auf 6 Bft ab und im Schutz der Insel ist das Wasser relativ glatt – noch. Der Wind geht dann auch weiter zurück und mit 20 kts von achtern und einer sicher mehr als 2 m hohen „Schiebewelle“ bleibt unser Schnitt bei fast 7 kts Fahrt. In der Vorbeifahrt schauen wir kurz in den Ormos Kalotyri – unsere geplante Ankerbucht – was wir sehen, gefällt uns nicht und so rauschen wir weiter in den Ormos Katapola. Hier gibt es laut Karte eine Bucht, die uns vor dem kommenden Wetter gut schützen sollte. Als wir dann bei der Vorbereitung zum Ankern die Bedingungen ausloten, sind wir ein bisschen überrascht. Tiefer Ankergrund, viel Seegras – der Feind aller Anker – und eine Anlegestelle, an der die Badegäste aus der Stadt angelandet werden.

Landleinen in Windrichtung

So meint denn auch ein „Fährkapitän“ wir dürften hier nicht ankern. Das kennen wir schon, versucht der ein oder andere doch immer mal wieder, seine Pfründe zu schützen und andere unberechtigt zu verscheuchen. Gleiches Recht für alle, wenn man sich an die Vorschriften hält. Es bleibt dann auch bei dem einmaligen Versuch und keiner wird behindert. Für das Ankermanöver wenden wir dann nach zwei Fehlversuchen eine besondere Methode an. Wir fahren ins tiefe Wasser, lassen den Anker schon mal 20 m in die Tiefe und steuern unseren Liegeplatz an. Als der Anker dann einhakt, lassen wir ihn die Kette gegen Wiederstand ausholen. Das klappt prima und nach einigen Rucklern hat er sich zu unserer Zufriedenheit eingegraben. Später müssen wir dann noch etwas Ankerleine stecken, da 90 m Kette nicht ausreichen, um den gedachten Platz zu erreichen – egal, Hauptsache hält. Etwas mühevoll werden die beiden Landleinen ausgebracht, müssen jedoch nochmal korrigiert werden, bis wir zufrieden sind. Die Arbeit hat sich gelohnt, wir liegen gut. Mehrere Yachten versuchen am späten Nachmittag zu ankern, müssen aber im auffrischenden Wind  bald unzufrieden wieder abziehen. Die nächsten Tage bringen dann auch Wind und Fallböen vom feinsten. Eine Versorgungsfahrt mit dem Dinghi endet tropfnass und mit Wasser im Boot. Nach drei Tagen lässt der Wind etwas nach und wir wollen zum Versorgen in den Hafen verlegen. Dumm nur, dass der Motor keinen Mucks von sich gibt, wir aber auch die Landleinen schon gelöst haben.

tief liegen die Batterien übereinander

Also schnell nochmal 20 m Leine gesteckt, damit wir sicher nicht auf Trifft gehen. Schnell kurzschließen? möglich, aber auch sinnvoll? Wir wissen, dass unsere Starterbatterie nicht mehr die Jüngste ist, also muss sie eh getauscht werden, warum nicht jetzt? Es ist nur wenig Mehrarbeit. Nach knapp zwei Stunden sind alle elektrischen Verbindungen wieder hergestellt, nicht so einfach, weil die alte Batterie mit Doppelpolen ausgestattet ist, die neue aber nicht. Wir haben alles an Bord, Kabelschuhe, Presszange, Messgeräte, aber so wurde der Wechsel dann doch aufwändiger. Unsere Ersatzbatterie (105 Ah) ist nicht am Bordnetz, damit sie im Notfall (Blitzschlag) wenigstens für einige Zeit die wichtigsten Systeme versorgen kann, wird jedoch regelmäßig geladen, so startet der Motor auch sofort.

Liegeplatz in Katapola

Im Hafen weist uns der Hafenmeister einen Platz zu, der nicht viel Manövrierraum bietet. Bei der Anfahrt können wir 2 m neben dem Boot schon die Steine an der Oberfläche erkennen. Unter dem Kiel ist dann auch nur knapp ein Meter Platz bis zum Grund. Gut dass wir 65 m Kette ausgebracht haben – bei  5 m Wassertiefe –  und vor der Einfahrt den Anker auch ordentlich eingefahren, denn die Böen kommen hier von der Seite.
Wir machen einen langen Spaziergang/Wanderung, da wir die letzten Tage unsere Beine nur wenig gebraucht haben, Schwimmen, Lesen, Diskutieren fordert den Gehapparat eben nicht.

 

Wind:  NW 3-7 Bft

Etmal: 82 sm    (Woche)

große Nachbarn in der Bucht

kleine Nachbarn an der Mole