Archiv des Monats: Juli 2014

Höhlenforscher

Ausgeschlafen sondieren wir die Supermarkt-Situation, besuchen den örtlichen Metzger, mit guten Fleisch- und Wurstwaren und kaufen einige Postkarten für die Lieben, die daheim dem Arbeitsprozess unterliegen.

Melissani Physik pur

Melissani
Physik pur

Mit dem Roller machen wir uns auf die Melisani, eine bekannte Höhle zu besuchen, hier sollte man um die Mittagszeit ankommen, da dann das Tageslicht im richtigen Winkel auf die Wasserfläche scheint und die schönsten Farbenspiele erzeugt. Mit dem Ruderboot geht es für 7€/P durch die Höhle. Der Ruderer erzählt die Geschichte der Höhle und einiges mehr, die ein sympathische, junges Paar aus Südengland und wir hie und da kommentieren, so entsteht eine lustige Unterhaltung. Das besondere in dieser Höhle: Durch mischen von Salz- und Süßwasser wird der Wasserspiegel erhöht, diese statische Energie wurde dann zum Betrieb von Mühlen eingesetzt, sehr clever!
Vor der Weiterfahrt wollen wir uns stärken und entdecken ein etwas moderner aufgemachtes Kaffee.

Kurz, sehr enttäuschend. Personal unmotiviert, Getränke schlecht, Preise hoch.

Danach geht’s weiter. Wieder schlängeln wir uns auf den kurvigen Bergstraßen, mit teils wunderschönen Ausblicken auf über 600 m NN, (noch hier oben wachsen die herrlichsten Kräuter und die werden von der Capitana nicht nur betrachtet, sondern für den heimischen Herd auch gleich geerntet werden) um auf der anderen Seite wieder steil hinab zum bekannten Ort Assos zu rollen.

Kräuterhexchen beim sammeln

Ein sehr pittoreskes Örtchen, eng hinein geschmiegt in eine kleine Bucht und auf einen kleinen Felsvorsprung. Wir machen uns zu Fuß auf den Weg zur Ruine der Festungsanlage, 2 km bergauf trainieren dann auch ein wenig des Seglers Muskeln, die auf dem Boot gewöhnlich etwas vernachlässigt werden. Ein herrlicher Ausblick ist der Lohn der kleinen Anstrengung. Wieder im Ort angekommen ist uns das ein Mythos wert (wohlschmeckendes griechisches Bier). Unser nächstes Ziel soll der bekannte Strandabschnitt Myrthos sein, um ein erfrischendes Bad zu nehmen, doch daraus wird nichts. Bagger und Baufahrzeuge versperren die Straße, Schäden eines Bergrutsches werden repariert und während dieser Zeit muß – aus Sicherheitsgründen der Strand gesperrt bleiben. Also machen wir von der über dem Strand vorbeiführenden Straße einige schöne Photos zur Erinnerung, wirklich Schade, aber wir kommen ja auf dem Rückweg nochmal hier vorbei. Am Abend haben wir eine Einladung bei unseren Nachbarn Dany und Michel, sehr nette Franzosen aus Six Fours bei Toulon, beide sprechen gut Englisch und Dany spricht auch Deutsch, sie haben noch ein französisches Paar eingeladen, Clarisse und Denis aus Montpellier, die am gleichen Tag angekommen sind. Es wird Wein, Whiskey und Ricard gereicht. Wir parlieren zwei Stunden in verschiedenen Sprachen, müssen uns dann aber verabschieden, weil wir vor dem Spiel gegen Brasilien noch etwas Essen wollen. DAS Erfolgserlebnis für die deutsche Nationalelf genießen wir mit Clarisse und Dennis, gut, dass wir morgen noch bleiben.

 

Evfimia oder Efimia oder Eufemia

Heute morgen sind wir die 4 sm aus unserer Bucht nach Eufemia motort. Griechen haben für ihre Ortschaften sehr oft mehrere Schreibweisen, wobei hier die griechische noch gar nicht dabei ist.

Im kleinen Hafen treffen wir auf einen sehr kompetenten Hafenmeister, er kennt seinen Hafen, wie seine Westentasche. Jede Crew wird genauestens instruiert, wohin sie ihren Anker hinzulegen hat, dadurch vermeidet er mit großem Erfolg den gefürchteten Ankersalat im Hafenbecken.

Nachdem CALYPSO versorgt ist, suchen wir den örtlichen Rollerverleih auf und haben Glück noch einen zu erwischen. „Roadrunners“ wurde vor zwei Jahren von einem englischen Ehepaar etabliert, die Preise sind zwar etwas höher, dafür stimmen der Service und die Qualität. Wir düsen mit 60 – 70 Sachen (60 km/h kommt einem bei den Straßen als düsen vor) in Richtung Sami, dort in der Nähe soll es eine sehenswerte Tropfsteinhöhle geben, doch vorher schauen wir uns noch das Städtchen mit seinem kleinen Hafen an. DROGARATI hat schon bessere Zeiten gesehen. Unter kommunaler Verwaltung (Eintritt 5 €/P) gibt es zwar drei Angestellte, die sich die Arbeit teilen, aber leider kümmert sich niemand erkennbar um die Instandhaltung der Einrichtung. Dennoch genießen wir die Stille. Wir waren mit der Besichtigung denn auch schnell fertig. Plötzlich und unerwartet mit mehr Zeit ausgestattet „düsen“ wir weiter. Unterwegs folgen wir dem Hinweis auf eine Klosterkirche, wir lesen, sie soll sehr schön sein und den konservierten Körper des Schutzpatrons der Insel Kephalonia beherbergen – geschlossen (anders als in Italien sind hier die Kirchen versperrt, wenn´s keinen Gottesdienst gibt), dahinter ein Nonnenkloster – offen. Die Gebäude sind von außen schlicht aber der Gemüse- und Kräutergarten ist herrlich angelegt – wie das duftet!! Im Gelände gibt es auch zwei mächtige Ahornbäume die durch den Schutzpatron Agios Gerasimou 1570 gepflanzt wurden.
Schon geht es weiter, jedoch nicht weit. Ein Kilometer nach dem Kloster geht es ab zur Robola-Kooperative. Dreihundert Mitglieder haben sich zusammengetan, um die aus Italien stammende weiße Traube wieder zu kultivieren, dort ist sie leider ausgestorben und somit auf Kephalonia endemisch. Eine freundliche junge Frau erklärt uns die Unterschiede der vier angebotenen Robola-Weine – hört sich fast an. Wie vom Tonband. Wir probieren natürlich einige Weine und packen soviel eben möglich in das Topcase unseres Rollers. Danach fahren wir weiter nach Argostoli, ein kleiner Spaziergang durch den belebten Ort und an der Marina entlang und schon geht es wieder weiter. Wo ist nur diese Brücke über die Bucht? In der Karte klar eingezeichnet, können wir jedoch keine Zufahrt finden, wir suchen einen anderen Weg und sehen wenig später von einer Anhöhe herunter, daß an dieser Brücke gebaut wird, leider wird das nirgends erwähnt und Hinweisschilder gibt es auch keine, wie wir an anderen Stellen noch feststellen werden. Hoch hinauf führt die Paßstraße – man glaubt sich in den Alpen – auf über 800 m NN schlängelt sich der Heimweg hinauf, da wird es schon mal kühl. Später sind wir etwas fröstelnd, aber um viele Eindrücke reicher zurück auf der CALYPSO.

Evfemia, Kephalonia

Die Suche nach der passenden Bucht

Von Kioni aus wollten wir durch den Kanal zwischen Ithaka und Kephalonia s e g e l n, im Uhrzeigersinn, da hier ja meist Nord bis Nordwest-Wind vorherrscht, der im Kanal dann immer um 1 – 2 Bft stärker sein könnte- normalerweise. Leider war der Wind in Urlaub und so musste der Yanmar uns über das bleierne Wasser schieben. Auf diese Art haben wir jede Bucht südlich von Fiscardo einer näheren Betrachtung unterzogen, die eine war uns nicht schön genug, die andere war uns zu voll, die dritte bot nur mäßige Ankermöglichkeit, die vierte – keine Ahnung – hat auch nicht gepasst. Welch ein Glück, es gibt noch mehr. In der Bucht Kalo liegt nur ein anderer Segler, es gibt viel Platz, gute Möglichkeiten an Land festzumachen und der Ankergrund ist Mud (weicher Sand oder Matsch), der gut hält – wenn man nicht gerade ein Seegrasfeld trifft. Seegras ist überhaupt ein Thema, denn unser Anker ist ein „kastrierter“ M-Anker oder Bruce-Anker und der hält gut und sofort auf Sand, Mud, Kies o.Ä. Bei Seegras freut er sich jedoch auch mal weich liegen zu können, eingraben ist dabei aber nicht sein Ding. Doch dieses Mal haben wir ein bisschen Glück, schon beim zweiten Anlauf haben wir auf 9 m Tiefe einen Sandflecken getroffen und der Anker hält sofort- meine Ankündigung den Anker im Winter auszuwechseln hat selbigen wohl beeindruckt. Wir legen zwei Landleinen – was immer einige Zeit dauert – und liegen sicher wie in Abrahams Schoß. Dagmar bereitet uns nach dem Schwimmen wieder einen sehr leckeren griechischen Salat und wir lassen den Abend mit einem Buch in der Hand ausklingen.
Sehr zu empfehlen;
„1913 – Der Sommer des Jahrhunderts“ von Florian Illies
„Der Garten der Dissidenten“ von Jonathan Lethem
„Die Analphabetin die rechnen konnte“ von Jonas Jonasson

Danke Meike

F 0 : D 1

Nach der Versorgung in Nydrion haben wir uns erstmal zwei Tage Badeurlaub in der Bucht Athemi auf MEGANISI gegönnt (man kommt ja sonst garnicht zum Lesen. Bei Ankertiefen von bis zu 20 m braucht es meist mehrere Versuche, bis das Eisen einen festen Halt gefunden hat, dann aber – mit zwei langen Leinen zum Land – liegt man sicher und geborgen und fast kein Wetter kann einem hier etwas anhaben. Das beinahe karibische Gefühl entschädigt für etwas mehr Arbeit.

Gestern wollten wir die wunderbare One House Bucht auf der Insel ATOKOS besuchen.

interessante Schichtungen auf Atokos

interessante Schichtungen auf Atokos

Tage zuvor waren wir mit Martina und Klaus schon mal zu einem kurzen Badestopp hier. Kurz vor Erreichen der Bucht frischte der Wind aber schon gem. Wettervorhersage (die stimmt ja heute mal!) auf deutlich über 20 kts auf. Vier Charteryachten stürzten in die Bucht und verursachten beim Versuch zu Ankern etwas Unruhe bei den Ankerliegern. Da der von uns geplante Platz dadurch nicht mehr anzulaufen war, segelten wir zu unserem „Alternate“, der Südbucht weiter. Auch hier war einiges los, wir konnten jedoch ein geschütztes Plätzchen gegen den nun mit 7 Bft pustenden Wind ergattern.

unser ruhiges Plätzchen in der Südbucht

unser ruhiges Plätzchen in der Südbucht

Am Nachmittag wurde der Schwell in der Bucht jedoch eher unangenehm und ich drängte darauf eine andere Bucht auf Ithaka aufzusuchen, die, frei ankernd, mehr Schwoiraum (siehe 30.06.) bieten sollte (Dagmar war für Verlegen in eine andere Ecke, die mir aber auch zu eng war, sollte der Wind weiter zunehmen und drehen).

Blick von unserem Ankerplatz

Blick von unserem Ankerplatz

Ok, also bereiteten wir für die „sportliche“ Überfahrt alles Seefest auf, legten die Rettungswesten an und los gings. Der Seegang hielt sich einigermaßen in Grenzen, der Wind jedoch legte nochmal zu und erreichte dann im Kanal vor Ithaka 8 Bft, sodass die ein oder andere Dusche nicht ausblieb. Nach gut einer Stunde liefen wir dann in die Bucht SARAKINIKO ein.

ab Starkwind nur mit Rettungsweste

ab Starkwind nur mit Rettungsweste

Nur ein anderes Boot lag vor Anker, jedoch so, dass der erhoffte Schwoiraum nicht ganz zur Verfügung stand, außerdem prasselten hier die Böen mit bis zu 25 kts (6 Bft) aus wechselnden Richtungen in die Bucht. Wir setzten unseren Anker wieder mal mehrfach bis er hielt, gaben alle Kette aus und waren doch nicht zufrieden. Die sich in den Böen streckende Kette brachte uns das ein oder andere Mal zu nahe für uns an das felsige Ufer. Der Zweitanker – kam zum zweiten Mal während dieses Törns zum Einsatz – schaffte Abhilfe. Als dann noch ein drittes Boot nach mehreren Versuchen doch recht knapp hinter uns ankerte, beschloss ich die Nacht im Cockpit zu verbringen. Glücklicherweise hatten die Böen In der Nacht auch längere Pausen eingelegt, sodass ich auch zu etwas Schlaf kommen konnte.

Heute nun die gute Nachricht: Deutschland gewinnt gegen Frankreich mit 1:0 (wieso gegen Frankreich? Recherchen zeigten uns, das Algerien Spiel hatten wir glatt verpasst) Um so mehr genießen wir den schönen Abend im Restaurant Mills in KIONI, wo wir vor Tagen mit Martina und Klaus schon den Sieg über die USA feiern konnten und heute einen Ankerplatz vor einer Treppe belegen konnten, die uns den Gang in das schöne Örtchen erleichtert.

malerisches KIONI Insel Ithaka

malerisches KIONI Insel Ithaka