Archiv des Monats: Juni 2014

windiges Manöver

Gestern hatten wir noch einen Liegetag in der Marina CLEOPATRA eingelegt. Waschen war angesagt, zuerst CALYPSO mal wieder Innen und Außen ordentlich mit Süßwasser behandelt, das mag sie sehr, dann die Wäsche in die Maschinen und anschließend Calypso mit Hemden, Hosen, Handtüchern usw. über die Toppen geflaggt (sieht aus wie ein Führungsboot der zahlreichen Flottillen, die hier rumkreuzen), zur Belohnung gab´s dann ein Abendessen im Restaurant.

Heute war der Wind wieder sehr vorsichtig, wir unternehmen alles Mögliche, um den Segeln einen Stand zu verleihen, aber noch nicht mal der Blister möchte seine Stärken heute ausspielen. Bis ans Ende des Kanals von Lefkas motort, stellt sich doch noch etwas Wind ein und wir können unser Ziel die Bucht VLIKHO direkt anliegen. „VLIKHO ist eine Tropfenförmige, die sehr guten Schutz gegen alle Winde bietet“ steht im Revierführer, wir wollen morgen mit dem Dingy nach Nydrion einkaufen fahren und da erscheint uns diese Bucht als gute Wahl. Schon in der Einfahrt frischt der Wind beim Segel einholen stark auf, Böen mit 20 kts lassen die Fahrt durch die dicht beieinander schwoienden (Boote drehen sich nach dem Wind um den Anker) Ankerlieger vor der Tranquil Bay etwas spannend werden. Wir dringen tiefer in die gut besuchte Bucht ein, als wir das Eisen ins Wasser werfen hagelt es Böen bis 30 kts (7 Bft), Welle baut sich jedoch keine auf. Wir legen alles an Kette, was wir zur Verfügung haben und fahren den Anker heute besonders Sorgfältig ein. Da geht beim ersten Nachbarn auch schon der Ankeralarm los, gefolgt von hecktischer Betriebsamkeit. Diese Abfolge können wir später nochmal beobachten, während wir uns das Ankerbier schmecken lassen. Zwei Stunden später ist alles wieder ruhig und wir können unser Abendessen vorbereiten.

 

Heimreise

Gestern hatten wir nochmal einen schönen Segel- und Badetag, sogar der Blister kam zum Einsatz. Die windige Nacht verbrachten wir am Festland in der geschützten Bucht Varko mit kristallklarem Wasser.

Den Morgen lassen wir so geruhsam angehen, dass wir dann doch die regelmäßige Öffnungszeit der Brücke im Lefkas-Kanal nicht schaffen, auch weil uns ein Schlepper mit schwerer Fracht im Kanal aufhält. Dieser Schlepper ermöglicht uns aber dann auch, das verzugslose Passieren der Brücke, denn wir haben uns einfach angehängt und sind bei dieser extra Öffnung mit hindurchgeschlüpft. So kommen wir rechtzeitig in Preveza an, um noch tanken zu können und uns einen guten Liegeplatz zu sichern.

Genuß-Tours Besser zwei Wochen, statt eine!?

Genuss-Tours
Besser zwei Wochen, statt eine!?

Nach einer kleinen Mahlzeit im Marina-Restaurant steht auch schon das Taxi vor der Tür, das Martina und Klaus zum Flieger bringen wird. Eine schöne, erlebnisreiche und harmonische Woche neigt sich dem Ende. Martina und Klaus werden am Montag wieder ihrer Arbeit nachgehen und wir, mal sehen wohin der Wind uns weht.

Kioni/Insel Ithaka

Vorgestern waren wir in der „Hauptstadt“ Ithakas, Ithaka oder Vahty genannt. Allüberall begegnet einem hier Odysseus, dessen Leben in Homers Sage ausführlich beschrieben wird. Hier hatten wir einen Platz an einem unfertigen Kai, danke Martin.

Am nächsten Morgen stand uns der Sinn nach baden im klaren Wasser und relaxen, schließlich haben wir ja Erholung suchende Urlauber an Bord. Wir motorten also die zwei Meilen bis in die herrliche Bucht Skohoinos/Ithaka, warfen den Anker und sämtliche Kette über Bord und setzten eine Landfeste, so war gut chillen.

Heute dann folgen wir einem weiteren Tipp von Martin und besuchen Kioni/Ithaka, ein putzeliges Örtchen, herausgeputzt mit Sinn und Verstand und offensichtlich guter Absprachen der Bewohner. Schnell ist der Nachbarlieger nach einem guten Restaurant befragt, und die Krönung, für uns wird das TV angestellt und wir dürfen den hart erkämpften Sieg der deutschen Fußballnationalelf gegen die USA ansehen. Nebenbei entsteht hier die höchste Zeche der gesamten Woche. Wir haben großen Hunger, viel Durst und das Essen, das der Koch in der Küche zaubert verleitet uns dazu, mehr zu bestellen, als zur Sättigung notwendig wäre. Zwischendurch bringe ich noch den Zweitanker (Danforth) aus, da unser Hauptanker (M-Anker) sich regelmäßig auf dem Seegras ausruht, statt sich einzugraben und nachts der Schwell der Italien – Patras-Fähren schnell Unruhe bei den Ankerliegern auslösen kann. Ein herrlicher Tag geht zu Ende.

Paradis Meganisi

Nachdem es gestern in Böen bis 6 Bft gewindet hatte und unsere Gäste die Feuertaufe auf einem Segelboot bestanden hatten, ist es heute gaaaanz gemütlich. Nur einen kurzen Hüpfer braucht es und wir sind in der Bucht Athemi angekommen, hier betreibt Martin eine Segelschule. Daniela und Martin hatten sich eine kleine Pause gegönnt und kommen zeitgleich mit uns in der Bucht an. Martin wird von mir im Laufe des Nachmittags mit Fragen zum Revier bombardiert und beantwortet alles mit großer Geduld. Aufgrund der Wetterlage empfiehlt er uns noch einen besonders günstigen Ankerplatz, also verlegen wir in den Nordteil der Bucht. Hier unterstützen die Beiden uns noch beim Ausbringen der Landleine, sodaß wir unser Dingy an Bord lassen können. Beim Ankerbierchen klönen wir noch was rum und wollen abends der Restaurantempfehlung von Martin folgen.

Was soll ich sagen, es wird ein lustiger Abend mit Taschenlampengefunzel auf dem Heimweg.

Preveza

Gestern sind Martina und Klaus eingetroffen. Nach einem lukullischen Mahl in einer Taverne, beschließen wir den Abend bei einem Schluck auf CALYPSO. An Nachtruhe ist jedoch nicht zu denken, da aus einer nahen „Disco“ die Musik so laut herüberschallt, dass es als Körperverletzung durchgehen würde. Morgens gegen fünf Uhr ist dann endlich Schluss und wir finden noch etwas Schlaf. Entsprechend lange schlafen wir denn auch und brechen Mittags auf gen Lefkas. Der Kanal zwischen dem Festland und der Insel wird durch eine Brücke überquert, die öffnet jede volle Stunde, um die wartenden Boote durchzulassen. Wir treffen pünktlich ein und können nach dem Kanal sofort wieder Segel setzen. Am späten Nachmittag erreichen wir die „Tranquil Bay“ gegenüber von Nydrios/Insel Lefkas. Mit Glück erhaschen wir einen guten Ankerplatz, jetzt erst Mal erholen und schlafen.

Paxos

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Ankerbucht Lakka im Norden von Paxos

Die Nacht war heftiger als gedacht, da der Wind auf Nordwest und später -weiter zunehmend – auf Nord drehte. So konnte der Schwell, in der nach Norden offenen Bucht, CALYPSO nächtens ordentlich durchschaukeln, wohl dem, der genügend Kette gesteckt hatte.

viel Wind deutet sich an

viel Wind deutet sich an

Da die Bedingungen sich nicht ändern sollen, fahren wir nach Gaieos weiter. Hier finden wir vor der Hafeneinfahrt ein schönes Plätzchen und versehen uns – gegen den Wind – mit einer Landleine. Klares Wasser lädt zum Bade ein, wir haben sogar unseren eigenen kleinen Privatstrand hinterm Boot. Wir erkunden das kleine Örtchen mit dem Dingy und entdecken u.a. einen Waschsalon. Nach einem leckeren griechischen Mokka fahren wir zurück und holen unsere Wäsche.

Gaieos

Gaieos

Der Salon verfügt über drei Waschmaschinen, die alle von uns belegt werden, die Beschickung der Trockner übernimmt die nette Servicekraft für uns. Den Rest des Nachmittags verbringen wir mit Einkaufen und Chillen. Bei einem örtlichen Metzger erstehen wir ein paar Lammkoteletts, die der Meister mit gezielten Hieben vom Rest des Lamms aus dem Schaukasten trennt und für 10 €/kg in Papier einwickelt. Das wird ein Festmahl. Als wir zur CALYPSO zurückkehren erkennen wir sofort die Auswirkungen der Starkwindböen vom Nachmittag, natürlich haben weder Windstärke noch –richtung der Vorhersage entsprochen und so wurde unsere Ankerkette über den Grund der Bucht gezogen – wohl dem, der ….

Fischerromantik in Gaieos/Insel Paxos

Fischerromantik in Gaieos/Insel Paxos

Wasserhose

Heute hatten wir dann den erhofften Westwind, BERTA LOOKS und wir laufen aus, aber kaum haben wir die schützende Bucht verlassen, braut sich –jetzt sichtbar hinter den Bergen – ein Unwetter zusammen. Wir diskutieren, was zu tun sei. Die BERTA LOOKS dreht nach Norden ab,

CALYPSO "vor" der Wasserhose

CALYPSO „vor“ der Wasserhose

(und Wolfgang macht ein richtig hübsches Photo) wir wollen erst Mal abwarten, beurteilen Wind, Luftdruck, Niederschläge (glücklicherweise entfernt von uns) und Entwicklung des Cumulunimbus (Gewitterwolke) und setzen ihn in Relation zur Orographie dieser Inselwelt. Wir entscheiden auf Südwestkurs weiter zu segeln, mit Rückzugsmöglichkeit in die Bucht Levkimmis. Bevor jedoch der erste blaue Streifen hinter dem Cb auftaucht, zeigt sich uns ein hier eher seltenes aber bedrohlich-faszinierendes Schauspiel. Wir können die Entwicklung und die Auflösung einer Wasserhose beobachten.

Der Anfang

Der Anfang

Vollgas

Vollgas

Das Ende

Das Ende

Anschließend können wir bei gutem Wind die Bucht Lakka auf Paxos anliegen. Dort angekommen, ist es erst nicht so einfach einen passenden Ankerplatz zu finden, später verlegen wir uns nochmal und stecken alle Kette, die wir haben, den für die Nacht ist starker Wind angesagt.

 

 

 

Die Wieder-Entdeckung der Langsamkeit

Tatsächlich sind wir nun schon den dritten Tag hier, wie die Zeit vergeht.

Vor zwei Tagen haben wir die gut 10 sm von Levkimmis hier herüber nach Plataria in knapp eineinhalb Stunden zurückgelegt. Frischer Südwind hat uns ohne Welle mit bis zu 7,5 kts hergeblasen. Anfänglich hatten wir noch alles Tuch hochgezogen, nach der Hälfte der Strecke mußten wir dem Luvdruck Tribut zollen (das Boot versucht bei zunehmendem Wind immer mehr in den Wind zu gehen und man steuert mit dem Ruder gegenan, das geht eine Weile gut, bis das Ruder dann so sehr quer steht, dass es mehr bremst als lenkt) und wenigstens das erste Reff ins Großsegel einbinden ( das Segel hat dann weniger Fläche und der Luvdruck läßt nach). Inzwischen hat der Wind auf mehr als 20 kts (in Böen deutlich mehr) zugenommen, aber die Welle bleibt aus, das beflügelt CALYPSO.

Wir freuen uns mit Conny und Wolfgang über das Wiedersehen und verratschen den Abend bei Christos, der vor 15 Jahren dieses Restaurant (Vydos; sprich Büchos) eröffnet hat, um der Hektik der Großstadt Athen zu entfliehen. Seine guten Deutsch Kenntnisse stammen aus seiner Jugend, die er in München verbracht hatte.

Dann lernen wir die Crew der NAGOM, Schorsch und Carola aus Oberhausen kennen, später kommen noch die AUSREISSER dazu und schon gibt es wieder viele interessante Dinge zu erzählen und man unterstützt sich gegenseitig bei kleinen Reparaturen, der starke Südwind wird hierbei fast vergessen.

Ein Strand für uns alleine

Wir liegen an dem weiten Sandstrand der Bucht Levkimmis, im Süden Corfus vor Anker, sehen der untergehenden Sonne zu und fühlen uns wohl. Der Tag heute war etwas anstrengend. Gegen den Wind und Strömung bis zu 2 kt haben wir uns die kurze Strecke von 20 sm hart erarbeitet. Jetzt aber sind wir allein auf weiter Flur, können baden, lesen schreiben.
Über eMail und SMS nehmen wir Kontakt zur BERTA LOOKS auf, deren Crew Conny und Wolfgang wir schon in unserer Heimatmarina in Aprilia kennen und schätzen gelernt haben. Zu unserer Überraschung stehen sie nur gut 10 sm östlich von uns im kleinen Hafen Plataria auf dem Festland. Wir beschließen einen Besuch für den nächsten Tag. Da ist ordentlicher Südwind angesagt und wir wollen nicht schon wieder 30 sm „gegenan“, schließlich sind wir Fahrtensegler mit Zeit.

Roller oder Motorad

Früh ziehen wir den Anker aus dem Grund. Da die Solaranlage unsere Batterien auf gutem Füllstand hält, verzichten wir auf die elektrische Ankerwinsch. Ich ziehe 40 m Ankerkette von Hand ein und Dagmar setzt Gr0ßsegel, so haben wir den Fitness-Part für heute auch schon erledigt. Heute ist es sehr diesig und schon nach einer halben Stunde ist das Wasser bleischwer und der Wind eingeschlafen, wir lassen uns nicht unterkriegen und heißen den Blister vor. Als sich die Wasseroberfläche leicht kräuselt schaffen wir nach anfänglich 2,5, kt später bis zu 6,5 kt in der Düse zwischen Albanien und Corfu. Vorbei geht es an den – laut Revierführer – schönsten Buchten (später dazu mehr), wir aber müssen nach Kerkyra (Corfu-Stadt), um unsere Einreise anzumelden. Wir wählen die Marina Gouvia, da der Verwaltungskram dort am einfachsten zu erledigen sein soll. Zuerst wollen wir noch eine Nacht vor Anker verbringen, die ausgesuchte Bucht mit Hotel und vielen Ankerliegern erscheint uns jedoch nicht attraktiv für einen Badestop und so frage ich über Funk nach einem Liegeplatz. Der wird auch zugesagt und eine Stunde später liegen wir am Schwimmsteg. Am Abend treffen wir uns mit Martin und Ines zum Essen und Klönen, der Abend wird interessant unterhaltsam, lang und feuchtfröhlich. Danke Martin und Ines!

Der nächste Morgen beginnt sehr gemütlich und wir entscheiden – trotz der stolzen Liegegebühren von 57 €/Nacht -zwei Nächte hier zu bleiben, uns einen Roller auszuleihen und die Insel zu erkunden. Doch erst Mal der Papierkram! Dankenswerter Weise ist das alles gar kein Problem, das Marinapersonal, die Damen bei der Portauthority und der Finanzamt-Zweigstelle sind allesamt freundlich, erklären ausführlich und arbeiten sorgfältig und schnell. Mit dem Roller wird es leider nichts, die – meist italienischen Regattateilnehmer der Fahrt Brindisi – Corfu haben alles weggemietet. Alternativ bekomme ich eine 650 ccm Aprilia Enduro angeboten, so ein Pech ;-).
Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg in den Norden, Dagmar hat eine schöne Route ausgesucht, die führt uns an der Küste entlang zum höchsten Berg Corfus. Unterwegs sind wir wohl mal falsch abgebogen und die Straße mit ihren zig Spitzkehren, tiefen Schlaglöchern und einer Breite, die das Aneinandervorbeifahren zweier Fahrzeuge nicht gestattet, aber auch schönen Ausblicken macht Spaß zu fahren, auch weil die Aprilia alledem mehr als gewachsen ist. Wir genießen den tollen Blick über die ganze Insel und die Nachbarinseln (soweit der Dunst es zulässt), besuchen die byzantinische Ruine Angelo Kastritsa und nehmen ein warmes Bad in der tief eingeschnittenen und durch hohe Felsen begrenzte Bucht Spiridonos.

Die Bucht von Paläokastitsa

Die Bucht von Paläokastitsa

Am nächsten morgen dann noch die enttäuschende Stadtbeichtigung von Kerkyra. Dafür, dass es Korfu wirtschaftlich sehr gut gehen soll, sieht doch vieles recht trostlos aus, Müll überall verstreut, Container quellen über, am späten Vormittag war dann die Stadtreinigung aktiv und es sieht erträglicher aus.

Wir fahren noch zum Achilleion, einem Palast, den sich die österreichische Kaiserin Elisabeth (Sissi) zur Erholung bauen ließ und der später von Kaiser Wilhelm II umfangreich ergänzt und Instand gesetzt wurde. Leider haben die Erben der Kaiserin und die deutsche Wehrmacht dem Flair durch Möbelverkäufe, Bilderzerstörung und Umbauten sehr geschaded.

Auf der Rückfahrt kaufen wir noch schnell einen passenden Keilriemen für unseren Yanmar und machen uns auf den Weg die schönen Buchten im Nordosten der Insel zu erkunden. Leider fühlen wir uns in keiner der Buchten wohl, zu laut, zu viele Ankerlieger, zu schmutzig. Wir suchen uns eine kleine Nische neben einem weitläufig abgesperrten Hotelstrand und machen es uns mit einer Landleine sicher gegen den zu erwartenden Wind und Gewitter gemütlich.